SuperCharge-Fahrzeug

"SuperCharge": Neue Elektro-Rennserie für Crossover-Fahrzeuge vorgestellt

Am Mittwochnachmittag wurde eine weitere neue E-Rennserie vorgestellt: Die sogenannte SuperCharge setzt auf vollelektrische Crossover-Rennwagen und will ab 2022 auf Innenstadt-Rennstrecken rund um den Globus an den Start gehen. Auf kurzen Rundkursen sollen diverse Hindernisse lauern und so für Spannung bei Fahrern und Zuschauern sorgen.

Acht Events will die SuperCharge in ihrer Debütsaison 2022 abhalten, darunter drei in Europa, eines im Nahen Osten, eines im asiatisch-pazifischen Raum, eines in China und eines in den Vereinigten Staaten von Amerika. Alle Veranstaltungen sollen als 1,5-Tages-Events abgehalten werden, wie es in ähnlicher Form auch in der Formel E der Fall ist. Allerdings will die SuperCharge auf ein Turniersystem mit insgesamt 15 Einzelrennen an einem Tag zurückgreifen: Zunächst wird in vier Gruppen gefahren, dann folgen zwei Halbfinalläufe und schließlich das Finale. Punkte werden für jedes einzelne Rennen vergeben.

Insgesamt acht Teams mit je zwei Fahrzeugen beziehungsweise Fahrern will die Serie für ihre erste Saison an den Start bringen. Fahrer, Teams oder Hersteller sind bislang nicht an Bord. "Wir haben von Tag 1 an mit mehreren Herstellern gesprochen, und sie sind interessiert. Aber es ist derzeit noch zu früh, etwas Konkretes zu sagen. Das werden wir in den nächsten Wochen und Monaten tun", erklärte ein Serienverantwortlicher während der virtuellen Launch-Pressekonferenz auf Nachfrage von 'e-Formel.de'.

Kreativ wurde die SuperCharge bei der Konzeption ihrer Strecken: Die kurzen Rundkurse (ca. 1 km) sollen über maximal sechs Runden gehen und über verschiedene Abschnitte verfügen, die die Fahrer fordern sollen. Dazu zählen etwa Passagen mit geringerem Grip, Wasserhindernisse und eine 2,5 Meter hohe Sprungschanze, die zu zehn Meter weiten Sprüngen führen soll. Der "SuperLoop" ist das letzte Merkmal aller SuperCharge-Strecken: eine einmalige Verlängerung der Runde, die taktisch eingesetzt werden kann, um sich einen Vorteil gegenüber konkurrierenden Fahrern zu verschaffen.

Die Serie zielt sowohl auf klassische Motorsport-Fans als auch auf "Mainstream-Zuschauer" ab und wünscht sich einen gewissen Festival-Charakter bei ihren Events – ähnlich wie die Formel E. Das Publikum soll auf Tribünen rings um die Strecke Platz nehmen und den Eindruck wie in einem Amphitheater bekommen. Mit Rahmenserien plant die SuperCharge derzeit nicht.

Entwicklungsfreiheit für Hersteller bei der Batterie

Die Leistungswerte des vorgestellten Rennwagens "SC01" können sich sehen lassen: Mit einer Maximalleistung von 500 kW (680 PS) sollen die Crossover-Autos das gesamte Event durchfahren und in 2,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen können. Das wäre schneller als die aktuelle Formel E. Die Leistung wird unabhängig voneinander an die Vorder- und Hinterachse übertragen. Die Batterie soll eine Kapazität von 40 kWh haben, und hier wird es womöglich auch für Hersteller interessant.

Denn neben der Karosserie dürfen Automobilhersteller oder Zulieferer ihre eigene Batterie entwickeln, was in der Formel E auch auf absehbare Zeit nicht möglich sein wird. Auch die Ladetechnologie soll mit normalen Straßenfahrzeugen kompatibel sein, um das Potenzial des Technologie-Transfers für die Teilnehmer zu maximieren.

Das Technische Reglement der Serie schränkt die Möglichkeiten ein, einen Leistungsvorteil auf der Rennstrecke zu erzielen. Ein solcher soll vor allem durch eine Kombination aus Fahrertalent - Fahrerhilfen einschließlich Startkontrolle, Antriebsregelung und Brake-by-Wire sind ausdrücklich verboten -, mechanischer Abstimmung (einschließlich Fahrwerks- und Differenzialeinstellung) und der Batterietechnologie zustande kommen.

Ob die SuperCharge im Free-TV zu sehen sein wird, ist noch nicht klar. "Wir fahren auf jeden Fall eine 'Digital-First-Strategie', aber natürlich ist auch eine Fernsehübertragung sehr wichtig für uns", erklärt ein Sprecher der Serie.

"Der Rennsport befindet sich an einem Scheideweg"

Managing Director und Gründungsmitglied von SuperCharge ist Rob Armstrong, der seine umfangreiche Erfahrung aus der Formel 1 sowie der WME IMG als Global Head of Motorsport, verantwortlich für die FIA World Rallycross Championship und die FIM Speedway World Championships, mit einbringt. Sein Gründungspartner ist Max Welti,
einstiger Profi-Rennfahrer und erfahrener Motorsport-Experte, der zuvor internationale Motorsport-Projekte für Automobilhersteller wie Audi, BMW, Ford, Lamborghini, Mercedes, Porsche und Volkswagen leitete.

"Der Rennsport befindet sich an einem Scheideweg", sagt Armstrong. "Alejandro Agag und Jean Todt haben als Pioniere des Elektro-Rennsports ausgezeichnete Arbeit geleistet. Da viele Länder und Städte bereits verkündet haben, in den kommenden Jahren Autos mit Verbrennungsmotoren verbieten zu wollen, wird die Notwendigkeit des Elektro-Rennsports mit Straßenfahrzeugen immer dringlicher. Wir sind überzeugt, dass es nur eine Frage der
Zeit ist, bis es mehr Elektro-Rennserien gibt."

"Angesichts dieser rasch zunehmenden EV-Dynamik halten wir das Timing und den Anreiz, den das SuperCharge-Format mit sich bringt, für ideal und sehen einen eindeutigen Marktbereich als Straßenauto relevante Rennserie. Wir haben SuperCharge sorgfältig konzipiert, um diesen gesellschaftlichen Veränderungen gerecht zu werden und die Bedürfnisse von Autoherstellern, Fans, Unternehmen und Veranstaltungsorten zu berücksichtigen, damit eine wirklich nachhaltige und kommerziell tragfähige neue Rennserie entstehen kann."

Fotos: SuperCharge

von Timo Pape  

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Kommentar von detkle |

wow. stelle ich mir interessant vor.
bitte keine spoilermonster. cleane serien silhouetten wären cool.
budgetdecklung oder ähnliches, damit der mercedes gla nicht 10 meisterschaften am stück gewinnt.
top! ich freu mich drauf.

Kommentar von HWE |

Eigentlich reicht doch eine innerstädtische Carrerabahn-Rennserie. Eigentlich ist die "Eine innerstädtische" schon eine zu viel.

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