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Swiss-E-Prix-CEO Pascal Derron im Interview: "Das ist viel wichtiger als nur Motorsport"

Noch rund einen Monat, dann findet mit dem Swiss E-Prix der Formel E in Bern das zweite Rundstreckenrennen der Schweiz seit dem tragischen Le-Mans-Unglück von 1955 statt. Im Anschluss an das Rennen an der Sarthe, bei dem damals in einem schweren Unfall der französische Rennfahrer Pierre Levegh und 83 Zuschauer ums Leben kamen, wurde die Durchführung von Rundstreckenrennen in der Schweiz gesetzlich untersagt. Das Verbot wurde erst 2016 gelockert, jedoch ausschließlich für Elektroautos.

2018 fand mit dem Zürich E-Prix nach mehr als 63 Jahren schließlich wieder ein Rundstreckenrennen in der Schweiz statt. Die Veranstaltung wurde ein voller Erfolg: Mehr als 100.000 Zuschauer besuchten die Veranstaltung und erlebten den Sieg von Lucas di Grassi aus nächster Nähe mit. Wegen zwei anderen Großveranstaltungen in der Stadt mussten sich die Organisatoren für das Jahr 2019 nichtsdestotrotz einen neuen Austragungsort für die Formel E suchen und fanden diesen in der Schweizer Bundesstadt Bern.

e-Formel.de hatte im Rahmen einer Präsentation in Bern am Donnerstag die Gelegenheit, einige Fragen an Pascal Derron, den Organisationschef und CEO der Swiss E-Prix Operations AG, zu stellen.

Herr Derron, was war die größte Herausforderung daran, das Rennen in Bern zu organisieren?

Ich denke, die größte Herausforderung ist es, die Anwohner glücklich zu machen und sicherzustellen, dass all ihre Bedenken ausgeräumt werden. Außerdem muss jede unvorhergesehene Situation, besonders bei den Anwohnern, gelöst werden.

Helfen die Erfahrungen, die Sie letztes Jahr in Zürich gemacht haben, bei den Vorbereitungen in Bern?

Es gibt natürlich einige Verbesserungen, die wir vorgenommen haben. Die Logistik hier in Bern funktioniert wirklich sehr gut.

Wie viele Zuschauer erwarten Sie denn für das Rennen?

Ich erwarte um die 100.000 Zuschauer. Die werden aber aus Sicherheitsgründen nicht alle unmittelbar an der Rennstrecke sein, sondern das werden weniger. Die Veranstaltung erstreckt sich ja über den gesamten Tag, und die Leute werden in Bewegung sein. Zum Teil werden sie die Zeit an der Strecke verbringen, dann aber auch wieder von der Strecke weggehen. Das wird funktionieren.

Was ist eigentlich der Grund dafür, dass es nur zwei Tribünen an der Rennstrecke gibt? Und werden die Stehplatzbereiche an der Strecke ausreichen, um alle renninteressierten Fans aufzunehmen?

Es ist wichtig, den Zuschauern viel Platz zu geben, und das können wir am besten mit Stehplätzen. Daher haben wir uns dazu entschlossen, diese kostenlos anzubieten und so eine ganze Straße für die Öffentlichkeit freizugeben.

Die Veranstaltung muss ja - im Gegensatz zu einigen anderen Rennen - komplett privat finanziert werden. Wie sieht es mit der Finanzierung des Rennens aus? Wird wieder Julius Bär dafür verantwortlich zeichnen?

Es sind viele Partner in die Finanzierung involviert, nicht nur Julius Bär. Es gibt mehrere große Geldgeber, die Bewirtung erworben haben oder für die Platzierung ihrer Marke bezahlen. So kommt unser Budget zustande.

Ein kleiner Ausblick auf die Zukunft: Gibt es schon Neuigkeiten für 2020, wenn die Rückkehr nach Zürich ansteht? Es gab ja kuriose Spekulationen über das Streckenlayout...

Es gibt einen Layoutvorschlag, bei dem die Strecke über den Mythenquai führt. Dieses Layout haben wir am 15. Mai zur Genehmigung an die Stadt Zürich weitergeleitet und warten hier jetzt auf die Zusage (Anmerkung: Es handelt sich dabei um das berichtete Layout mit einer schwimmenden Brücke auf dem Zürichsee!).

Warum ist für 2021 mit Genf bereits die dritte Stadt in der Schweiz vorgesehen? Wäre eine Rückkehr nach Bern nicht logischer?

Es ist einfach attraktiver, das Rennen an verschiedenen Orten zu veranstalten. Wir veranstalten ja den Swiss E-Prix, bei dem wir nicht an eine Stadt gebunden sind, sondern lieber durch die ganze Schweiz wandern.

Halten Sie die Durchführung eines E-Prix langfristig für die beste Option, um den Motorsport in der Schweiz zu präsentieren?

Wir zeigen nicht den Motorsport in der Schweiz, wir zeigen neue Technologie und beschäftigen uns mit dem Nachhaltigkeitsaspekt. Das ist viel wichtiger als nur Motorsport.

Foto: Swiss E-Prix AG

von Tobias Wirtz 

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