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Titelgewinn mit Beigeschmack: Vergne trotz Funk-Skandal mit Konsequenzen Formel-E-Meister

Trotz eines bizarren Funk-Skandals darf sich Jean-Eric Vergne nach dem Formel-E-Finale in New York als erster Fahrer, dem eine Titelverteidigung in der Elektroserie gelungen ist, feiern lassen. Dem Franzosen reichte am Sonntagabend deutscher Zeit ein siebter Platz am "Big Apple", um seinen zweiten Meistertitel vor Sebastien Buemi (Nissan) und Lucas di Grassi (Audi) klarzumachen. Vergnes Triumph wurde jedoch von einer kuriosen Unsportlichkeits-Anschuldigung überschattet, die eine stundenlange Untersuchung der Rennkommissare in der Nacht auf Montag nach sich zog.

Zurückzuführen sind die Vorwürfe auf die Anfangsphase des Samstagsrennens, in der Vergne von seinem Team DS Techeetah gefordert haben soll, seinen Teamkollegen Andre Lotterer anzuweisen, eine Safety-Car-Phase zu verursachen. Zuvor hatte Vergne bei einem Unfall viele Positionen verloren. "Sagt Andre, dass er anhalten soll… Damit das Safety-Car rauskommt", soll Vergne gefunkt haben.

Eine Untersuchung der Rennkommissare des Funk-Vorfalls folgte erst am Sonntagabend, wodurch Vergnes Fahrzeug noch mehrere Stunden nach Rennende bei "Parc Ferme"-Bestimmungen unter Verschluss gehalten wurde. Erst um 1:50 Uhr am Montagmorgen deutscher Zeit war das Ergebnis der Untersuchung final: Vergne muss im nächsten halben Jahr einen Tag gemeinnützige Arbeit ableisten - ähnlich wie zuletzt Max Verstappen, der ein Formel-E-Rennen besuchen musste - , wird darüber hinaus jedoch nicht nachträglich bestraft.

"Herr Vergne erklärte, dass die Nachricht im Kontext des Schadens an (Lotterers) Fahrzeug übermittelt wurde", heißt es in der offiziellen Erklärung der Rennkommissare. "Er wusste um die Trümmerteile des Frontflügels von Auto 36 auf der Rennstrecke und sorgte sich um die Sicherheit der anderen Fahrer. Er bat seinen Ingenieur ausschließlich aus diesem Grund darum, dass (Lotterer) auf der Strecke anhalten solle." Vergnes Renningenieur Pascal Tortosa reagierte auf den Funkspruch nicht. "Der Fahrer sieht ein, dass diese Nachricht auch missverstanden werden kann. Die Kommissare akzeptieren seine Rechtfertigung. Es ist jedoch die Pflicht eines Sportlers auf diesem Level, fair und korrekt zu handeln und ein Vorbild für andere Fahrer in anderen Motorsport-Klassen zu sein."

Vergne widerspricht FIA-Geständnis in Medienberichten

Auf die Strafe angesprochen reagierte "JEV" bei den Kollegen von 'Autosport' gelassen: "Ich glaube, jeder andere Fahrer in der Formel 1 oder Formel E hätten das Gleiche gefragt. Es ist nicht ja nicht so, als hätte Andre mit einem unbeschädigten Auto im Positionskampf eine Rolle gespielt." Widersprüchlich zu seiner Argumentation bei den Stewards fügt er an: "Ich habe gefragt, ob er das Auto in die Wand setzen könnte, so wie es in der Vergangenheit schon einmal passiert ist."

Damit scheint Vergne auf die "Crashgate"-Affäre aus dem Singapur-Grand-Prix 2008 in der Formel 1 anzuspielen, als Renault einen Unfall von Nelson Piquet jr. inszenierte. Zu einer Neuauflage kam es schlussendlich nicht. Noch vor der Verkündung der Strafe erklärte Vergne: "Ich bin bereit dazu, jede Strafe auf mich zu nehmen, damit die FIA ein Exempel statuieren kann, sodass wir Fahrer aufhören - ich selbst eingeschlossen -, uns am Teamfunk zu beschweren, um einen eigenen Vorteil zu bekommen. Das wäre das gut." Dazu zähle explizit auch, ein Safety-Car zu verursachen oder etwa Strafen für andere Fahrer zu fordern, so Vergne.

Der Franzose erklärt zudem, dass Audi den Vorfall "ausgegraben" habe, um ihm zu schaden: "Audi war extrem angepisst, dass mein Team gestern (Samstag) Protest gegen sie eingelegt hat. Also haben sie etwas gefunden, um wiederum gegen uns zu protestieren. So einfach ist das." Audi bestritt gegenüber 'e-Formel.de' allerdings, Protest eingelegt zu haben, und wurde auch im offiziellen Dokument der FIA nicht erwähnt. DS Techeetah reagierte auf eine Anfrage unsererseits zu der gesamten Causa nicht.

Vergne: "Unfall hat meinen Titel endgültig gesichert"

Trotz der Sozialstrafe war die Freude bei DS Techeetah nach dem Rennen groß. "Es sind so viele Emotionen", freut sich Vergne über seinen zweiten Titel. "Ich bin vor allem stolz auf das Team, das dieses Jahr einen fantastischen Job gemacht hat. Dieses Wochenende war für uns alle stressig, ich bin gefühlt um zehn Jahre gealtert."

Nach einem sportlich enttäuschenden Samstag, an dem Vergne nur Platz 15 erreichen konnte, reichte dem Franzosen nach dem Sonntagsrennen ein siebter Platz und der damit verbundene Vorsprung von 17 Punkten auf Sebastien Buemi (Nissan), der seinerseits bei beiden New-York-Rennen das Podium erreichte. "Gestern (Samstag) lief nichts nach Plan. Und auch heute musste ich aus dem Mittelfeld starten", erinnert sich Vergne. "Ich musste daher einige Risiken am Start eingehen."

"Aber es hat sich ausgezahlt. Später habe ich dann nur noch die Situation zwischen mir, Mitch (Evans) und Lucas (di Grassi) beobachtet und gemanagt. Beide hatten am Schluss einen Unfall, was meinen Titel endgültig gesichert hat", so Vergne. Der 29-Jährige beendete den E-Prix auf Platz 7. Sein DS-Techeetah-Team sicherte sich in New York dadurch die Meisterschaft in der Team-Wertung. Mit 19 Punkten Rückstand wurde das Audi-Werksteam hinter den Chinesen Gesamtzweiter. Virgin beendete die Meisterschaft mit einem Pünktchen vor Nissan auf Platz 3. Dennoch wird der doppelte Titelgewinn einen faden Beigeschmack behalten.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von EffEll |

Da fällt mir echt nichts mehr zu ein. Erst samstags fährt er wie ein Geisteskranker und gibt allen anderen die Schuld und am Sonntag nun das. Zudem diese widersprüchlichen Erklärungen. Irgendwas scheint ihm zu Kopf zu steigen

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