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Unterstützung für australisches Formel-E-Rennen in Adelaide

Der australische Motorsportverband CAMS (Confederation of Australian Motor Sport) hat seine Unterstützung für die Bestrebungen der Stadt Adelaide zugesichert, die Formel E in die Hauptstadt des Bundesstaates Südaustralien zu holen.
Wie der 'Adelaide Advertiser' berichtet, hat sich zudem der milliardenschwere britische Industriemagnat Sanjeev Gupta einer Kampagne des Technologie-Unternehmers Valdis Dunis angeschlossen, der die Formel E auf den fünften Kontinent holen will. Dunis ist Vorstandsvorsitzender eines großen australischen Anbieters von Solaranlagen, außerdem kandidiert er im November 2018 bei den Wahlen zum Stadtrat von Adelaide.

Gupta rettete mit seiner Firmengruppe das australische Stahlunternehmen Whyalla vor dem Konkurs und will das Geschäft umkrempeln: Zukünftig sollen in Südaustralien Elektroautos gebaut werden. Die politische Unterstützung in Adelaide ist dabei groß: Gupta besprach einem Bericht von 'Speedcafe.com' zufolge etwaige Formel-E-Pläne mit Adelaides Oberbürgermeister Martin Haese, der das Konzept bereits seit längerer Zeit unterstützt. Bereits im nächsten Jahr könnte demnach ein erster E-Prix "Down Under" stattfinden.

Die Formel E hat bereits vor Jahren den Wunsch geäußert, ein Rennen in Australien zu bestreiten. Alejandro Agag hatte einem E-Prix sogar eine "hohe Priorität" zugestanden. Auch damals wurde Adelaide bereits als potenzieller Austragungsort genannt.

Ein Rennen in den Straßen von Adelaide würde die Unterstützung der Regierung des Bundesstaates Südaustralien sowie erhebliche Finanzmittel erfordern. Der australische Motorsportverband unterstützt das Vorhaben, jedoch stellen sich die Finanzierung und die Unterstützung durch die Regierung als die größten Probleme heraus.

CAMS-Vorsitzender Eugene Arocco unterstützt das Bestreben in Adelaide, das sich als praktikablere Option im Vergleich zu Sydney herausgestellt hat. "Ich kann nicht im Namen der Regierung sprechen, aber wir wissen, dass sie an der Formel E interessiert sind und wir dies gerne unterstützen. Wir denken, dass ein Rennen in Sydney oder Victoria schwierig ist - in Sydney ist es einfach unmöglich, die Straßen zu schließen, und (der Bundesstaat) Victoria hat bereits das Formel-1-Rennen, was eine bedeutende Investition für die Region darstellt."

"Wir halten Südaustralien für die logische Alternative. Wenn sich ein Investor bereiterklärt, die Regierung zu unterstützen und die notwendigen Mittel bereitzustellen, würden wir das für eine vernünftige Entscheidung halten. Wir haben unsere Unterstützung angeboten und befinden uns seit zwei Jahren in Gesprächen mit der Regierung von Südaustralien", so Arocco weiter. "Wir sind uns bewusst, dass die Regierung die Kosten und den Aufwand abwägen muss, aber die Infrastruktur ist für das Adelaide 500 bereits vorhanden. Unsere Tür steht immer offen - wenn Herr Gupta ein Vermittler sein könnte, wäre das fantastisch."

Adelaide trägt bereits seit Jahren auf einem 3,2 Kilometer langen Stadtkurs mit dem Adelaide 500 den Saisonauftakt der V8 Supercars-Serie aus. Von 1985 bis 1995 war eine rund 3,8 km lange Streckenvariante Austragungsort des Saisonfinales der Formel 1. Deutschen Motorsportfans ist die Rennstrecke hauptsächlich durch den Unfall von Michael Schumacher und Damon Hill 1994 ein Begriff. Schumacher sicherte sich damals seinen ersten Weltmeistertitel, da beide Piloten infolge der kontrovers diskutierten Kollision ausschieden.

von Tobias Wirtz 

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