Stoffel-Vandoorne-Formula-E-HWA-Sanya

Vandoorne-Unfall & Antriebswellen-Probleme werfen HWA in Sanya zurück

Gleich zu Beginn des Sanya E-Prix kam es zu einem Unfall mit Folgen für die Meisterschaft. Stoffel Vandoorne krachte beim Anbremsen ins Heck von Sam Bird, der zu diesem Zeitpunkt noch die Gesamtwertung der Formel E anführte. Beide Autos waren nach dem Aufprall so stark beschädigt, dass die Fahrer ihr Rennen frühzeitig aufgeben mussten. Sowohl für Bird, der durch die Nullnummer auf Gesamtrang 3 abrutschte, als auch für den schnellen Vandoorne war es ein herber Rückschlag.

"Das Rennen war sehr kurz für mich, es dauerte nur ein paar Kurven", blickt Vandoorne zurück. "Ich hatte einen Zusammenstoß mit Sam Bird, und das Fahrzeug ließ sich nicht mehr steuern. So steht erneut ein Ausfall für mich zu Buche. Das Ziel war, so lange wie möglich im Rennen zu bleiben. Es ist schade, dass uns das nicht gelungen ist. Es war ein schwieriges Wochenende für das Team."

Eine genauere Erklärung des Unfalls oder gar eine Entschuldigung für den Abschuss spricht Vandoorne nicht aus. Diese wäre wohl durchaus angebracht, denn der Unfall ging ganz klar auf die Kappe des Belgiers, der sich beim Anbremsen offensichtlich schlichtweg verschätze. Bird, der durch ein ähnliches Manöver vor zwei Wochen in Hongkong das Rennen von Andre Lotterer ruiniert hatte, wurde diesmal selbst zum Leidtragenden. Eine Strafe erhielt Vandoorne allerdings nicht: "Die Stewards haben die Videosequenz begutachtet und die Fahrer der Autos 2 und 5 angehört. Sie sind zu dem Schluss gekommen, dass keiner der beiden Fahrer die überwiegende Schuld trägt", so das offizielle Statement der Rennleitung.

Sam Bird kommentiert den Vorfall wie folgt: "Der Zusammenstoß mit Stoffel war keineswegs böswillig, solche Dinge passieren eben. Wir haben die Sache für uns abgehakt und blicken nun nach vorn Richtung Rom, wo wir letztes Jahr ein großartiges Ergebnis (den Rennsieg) feiern konnten."

HWA will nach erneutem Antriebswellen-Problem mit Hersteller Venturi sprechen

Auch abgesehen vom unglücklichen Aus Vandoornes stellte sich der Sanya E-Prix als Rückschlag für HWA heraus. Nach dem jüngsten Aufwärtstrend in Hongkong erlebte das deutsche Team einen enttäuschenden Doppelausfall. Denn nach Vandoorne musste auch Teamkollege Gary Paffett das Rennen vorzeitig aufgeben.

Schon im Qualifying hatten sich die beiden HWA-Fahrer schwerer getan als zuletzt in Hongkong, wo das Duo den Sprung in die Super-Pole geschafft hatte. Mit der Pace der Spitze konnten sie in Sanya nicht mithalten. Vandoorne unterlief noch dazu ein kleiner Fehler in Kurve 3, der sich bei den geringen Zeitabständen auswirkte. So ging der Belgier nur von Platz 13 aus ins Rennen. Paffett, der sich für Startplatz 21 qualifiziert hatte, startete nach einem Routine-Check aus der Boxengasse.

Das Rennen gestaltete sich für Paffett nicht viel besser: Nach 13 Runden musste er das Rennen ebenfalls aufgeben, da ihn Probleme mit der Antriebswelle stoppten, die zuletzt auch Vandoorne zum Verhängnis geworden waren. "Nach wenigen Runden habe ich an Antrieb verloren, ich denke es war die Antriebswelle. Jedenfalls konnte ich nicht mehr weiterfahren", erklärt der Brite.

"Ich bin aus der Boxengasse gestartet, weil wir ein Problem mit dem Auto hatten", erinnert sich Paffett. "Wir haben einfach nur versucht, uns aus allen Vorfällen herauszuhalten und bis zum Schluss im Rennen zu bleiben. Aber alles in allem (war es) ein wirklich enttäuschender Tag. Bis zum nächsten Rennen in Rom müssen wir die Probleme mit dem Auto beheben."

HWA-Teamchef Ulrich Fritz ist ebenso wenig zufrieden mit dem Sanya E-Prix: "Heute haben wir einen Rückschlag erlebt. Nach unserer ersten Pole-Position und unseren ersten Punkten in Hongkong wollten wir in Sanya unseren Aufwärtstrend fortsetzen. Aber es sollte nicht sein. Stoffel hatte einen Rennunfall, wodurch sein Fahrzeug beschädigt wurde. Und Gary hatte erneut Probleme mit der Antriebswelle. Das ist etwas, was wir uns gemeinsam mit unserem Hersteller genauer anschauen müssen, da das Problem schon beim letzten Rennen auftrat. Es ist bitter, aber das ist Motorsport. Wir freuen uns jetzt auf unser erstes Rennen in Europa. Dort wollen wir uns zurückmelden."

von Timo Pape 

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