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Venturi: Gemischte Gefühle nach Formel-E-Finale in New York

Für das monegassische Venturi-Team stellte das Saisonfinale der vierten Formel-E-Saison eine erneute Achterbahnfahrt dar. Nach dem Rennen am Samstag war allen Teammitgliedern noch ein Lächeln ins Gesicht gemeißelt. Am Sonntag hingegen ging für Tom Dillmann und Maro Engel gar nichts. Beide Piloten mussten das Rennen nach mechanischen Defekten aufgeben.

Susie Wolff: "Fantastisches Ergebnis" am Samstag

Die Basis für das gute Ergebnis am Samstag legten Tom Dillmann und Maro Engel schon im Qualifying: Das Venturi-Duo zeigte das Potenzial des Venturi VM200-FE-03 und qualifizierte sich für die Startplätze 8 und 9.

Beide Fahrer starteten gut ins Rennen. Dillmann überholte drei Gegner und lag somit nach der ersten Runde auf dem sechsten Platz. Maro Engel musste in der ersten Kurve der Kollision der beiden Dragon-Piloten ausweichen und fiel so auf den neunten Platz zurück.

In den folgenden Runden gelang es beiden Fahrern, weiter Boden gutzumachen. Dillmann arbeitete sich zunächst auf den dritten Platz vor, entschied sich dann aber dazu, gegen den heranstürmenden Lucas di Grassi keine große Gegenwehr zu leisten. Auf dem vierten Platz liegend fuhr er zum Fahrzeugwechsel. Engel war nach einem Überholmanöver gegen Nico Prost bereits Sechster, bekam dann aber Probleme mit der Batterietemperatur. Hierdurch musste er langsamer fahren und fiel bis zum Fahrzeugwechsel auf Platz 11 zurück.

Nach dem Boxenstopp gelang es Dillmann, den vierten Platz zu halten und bis ins Ziel zu verteidigen. Engel, der als Zehnter aus der Box gekommen war, ging vor dem Ziel noch an Sam Bird und Nico Prost vorbei, sodass er das Rennen auf Platz 8 beendete und vier wichtige Punkte einfuhr.

"Ich freue mich sehr für das Team und für Tom", sagt Maro Engel. "Ich musste in der ersten Rennhälfte stark auf meine Batterietemperatur achten, daher habe ich einige Positionen verloren. Das zweite Auto hat sehr gut funktioniert. Ich habe meine Chance nach dem Neustart genutzt und mich weiter nach vorne gearbeitet. Wir haben wieder Punkte geholt, und ich bin sehr zufrieden. Hoffentlich können wir morgen noch besser werden."

Tom Dillmann sagt: "Ich bin sehr zufrieden, herzlichen Glückwunsch an das Team. Sie haben einen tollen Job gemacht. Wir haben uns viel Zeit genommen, um uns auf dieses Wochenende vorzubereiten, speziell im Simulator. Ich habe mich im Auto sehr wohl gefühlt. Ich wusste, dass ich früh nach dem Start an den Autos vor mir vorbeikommen musste. Ich war schneller als sie, bei vergleichbarem Energieverbrauch. Ich wusste, wenn ich vor ihnen bin, könnte ich in sauberer Luft fahren und meine Temperaturen managen. Das hat funktioniert."

Teamchefin Susie Wolff, die zum ersten Mal in ihrer neuen Funktion bei einem E-Prix anwesend war, sagt: "Beide Fahrer in den Punkten zu haben, ist ein fantastisches Ergebnis. Besonders für Tom, der erst sein zweites Saisonrennen gefahren ist. Aber auch Maro hat es gut gemacht, sein Rennen war sehr ereignisreich. Wir werden positive Energie aus diesem Ergebnis ziehen und uns wieder an die Arbeit machen, um uns für morgen vorzubereiten. Alles geht wieder zurück auf Anfang. Wir werden unser Bestes geben, um ein weiteres, gutes Ergebnis zu erzielen."

Sonntag: Kein Rennglück für Dillmann & Engel

Das einzige Freie Training am Sonntag fand bei nassen Streckenverhältnissen statt - eine absolute Seltenheit in der Geschichte der Formel E. Mit Hilfe der Ingenieure gelang es Dillmann und Engel, das Auto optimal für diese Bedingungen einzustellen. Besonderes Augenmerk legten sie dabei auf die Reifen, die Abstimmung der Bremsanlage und die Drehmomentabgabe des Antriebs.

Dillmann hatte das Pech, in der ersten, tendenziell benachteiligten Qualifikationsgruppe fahren zu müssen und qualifizierte sich auf Startplatz 14. Engel kämpfte bei seinem Versuch mit fehlendem Grip, am Ende stand Startplatz 17 für den Deutschen zu Buche.

Beim Rennstart gelang es beiden Venturi-Piloten, Positionen gutzumachen. In der sechsten Runde, kurz nachdem Dillmann Jose Maria Lopez im Kampf um Platz 12 überholt hatte, erlitt der Franzose einen Getriebeschaden. Er fuhr zurück an die Box und musste das Rennen aufgeben.

Durch diesen Ausfall lag Maro Engel nun auf Platz 12, die Full-Course-Yellow unterbrach seinen Vorwärtsdrang jedoch erst einmal. Nach dem Neustart arbeitete er sich an Stephane Sarrazin heran und war mit 0,2 Sekunden Rückstand bereits im Windschatten des Franzosen. Doch bevor er seinen ersten Angriff setzen konnte, gab es auch bei ihm ein Problem mit dem Getriebe. Engel wechselte in sein zweites Fahrzeug, das er jedoch kurz darauf mit einem weiteren mechanischen Defekt an der Wasserpumpe abstellen musste.

Engel sagt: "Mein Start war gut, ich habe innerhalb der ersten 15 Runden fünf Plätze gutgemacht. Es sah ganz gut aus, unsere Strategie war auch gut, aber leider war das Rennen dann für uns zu Ende. Es ist schade, weil wir auch heute wieder gute Punkte hätten erzielen können."

"Ich hatte einen guten Start und habe dann d'Ambrosio und Lopez überholt", sagt Tom Dillmann nach dem Rennen. "Wir hatten ein gutes Tempo auf dem Weg in die Top 10, haben dabei wenig Energie verbraucht und die Temperaturen immer im Blick gehabt. Das Auto war heute besonders effizient, aber dann brach leider das Getriebe. Aber das ist bei einem mechanischen Sport so, das muss man einfach akzeptieren."

Team-Chefin Susie Wolff sagt zum Sonntagsrennen: "Natürlich ist es enttäuschend, wenn beide Fahrzeuge ausfallen. Ganz besonders, weil wir gestern noch Platz 4 und Platz 8 geholt haben. Trotzdem hat das Team in der gesamten Saison gezeigt, dass das Fahrzeug sehr zuverlässig ist. Wir werden jetzt auf der Welle von gestern reiten und uns auf die Zukunft vorbereiten. Ich kann es kaum erwarten, mich gemeinsam mit diesem großartigen Team, das ich jetzt noch besser kennenlernen werde, auf die kommende Saison vorzubereiten. Das Beste kommt noch."

Venturi beendet die Saison 2017/18 demnach mit 72 Punkten auf dem siebten Platz der Teamwertung. In der Vorsaison hatte das Team von Gildo Pastor noch Platz 9 belegt - ein klarer Aufwärtstrend.

von Tobias Wirtz 

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