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Venturi-Teamchefin Susie Wolff: "Der Motorsport ist ziemlich macho"

Susie Wolff bestreitet in der Formel-E-Saison 2019/20 ihr zweites Jahr als Teamchefin bei Venturi. Die ehemalige Rennfahrerin ist die erste und bislang einzige Frau, die in der obersten Management-Ebene eines Elektro-Rennstalls tätig ist. In ihren Augen sind Frauen im Motorsport noch immer unterrepräsentiert.

"Dass ich die erste Frau an der Spitze eines Teams bin, ist keine große Herausforderung. Schwer ist für mich die Position an sich", erklärt die Schottin in einem Interview auf der Website des Formel-E-Partners Julius Bär. "Das ist mein erstes Mal in einer Management-Position, und es gab Momente, in denen ich gedacht habe: 'Was habe ich da angerichtet?' Es gab viele schlaflose Nächte. Glücklicherweise habe ich mir viel von meinem Ehemann abgucken können, der in seiner Rolle sehr erfolgreich ist."

Motorsport ist "im Grunde eine Männerwelt"

Die 37-Jährige trat zwischen 2006 bis 2012 für Mercedes in der DTM an. Bis 2015 war sie zudem Test- und Entwicklungsfahrerin für Williams in der Formel 1. Vor neun Jahren heiratete sie schließlich Toto Wolff, den heutigen Mercedes-Motorsportchef. Neben ihrer Führungsrolle in der Formel E engagiert Wolff sich für die "Dare To Be Different"-Initiative, die Mädchen bei ihrem Weg in den Rennsport unterstützen soll.

"Der Motorsport ist ziemlich macho", sagt die Schottin. "Man muss sich nur einmal im Fahrerlager umschauen, um festzustellen, dass es nur sehr wenige Frauen gibt. Aber das ändert sich. Es gibt viele großartige Frauen in meinem Team, die nicht wegen ihres Geschlechts angestellt sind, sondern weil sie die besten Personen für ihre Jobs sind. Es wird besser, aber im Grunde ist (der Motorsport) immer noch eine Männerwelt."

Trickle-Down-Effekt im Motorsport

In der aktuellen Formel-E-Saison konnte Venturi dank Edoardo Mortara einen vierten Platz in Diriyya als bestes Resultat verbuchen. Vergangenes Jahr siegte der Schweizer beim Hongkong E-Prix. Felipe Massa erreichte im Heimrennen des Teams in Monaco 2019 zudem das Podium.

"Das Format der Formel E ist besonders. Mir wurde schnell klar, dass das eine echte Spezialisten-Serie ist", erinnert sich Wolff an ihr erstes Jahr im Team. "Man muss jede Möglichkeit nutzen, die man bekommt. Technologisch gesehen ist die Formel E hochmodern, was es so spannend macht, ein Teil dieser Plattform zu sein. Alles, was hier passiert, sickert irgendwann zu den Straßenfahrzeugen durch."

Das nächste Rennen der Formel E findet am 5. August in Berlin statt. Mit sechs Läufen binnen neun Tagen wird die Serie ihre Saison in der Bundeshauptstadt beenden, nachdem das Motorsport-Jahr 2020 durch die Coronavirus-Pandemie vorübergehend unterbrochen wurde.

Foto: Shivraj Gohil / Spacesuit Media

von Tobias Bluhm  

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