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Virgin-Teamchef Filippi: "Audi und Techeetah sind nicht schneller als wir"

In der Formel-E-Saison 2018/19 verpasste Envision Virgin Racing mit gerade einmal zwölf Punkten Rückstand auf das Audi-Werksteam den Vizetitel in der Teamwertung der Elektroserie denkbar knapp. Daher ist es keine Überraschung, dass das Team um Boss Sylvain Filippi auch in der neuen Saison nach dem Titel greifen will. Für den Franzosen ist klar: Bereits im letzten Jahr haben dem Rennstall nur kleine Details einen größeren Erfolg verwährt.

"Wir hatten ein tolles Team, in dem die Ingenieure, Mechaniker und Fahrer einen exzellenten Job gemacht haben", sagt Filippi bei 'Autosport'. "Wir müssen die Dinge nächstes Jahr einfach nur ein kleines bisschen besser machen. Dann sind wir womöglich ganz oben dabei. Ich bin davon überzeugt, dass Audi und Techeetah - ganz objektiv - nicht schneller als wir sind. Sie waren nur konstanter."

Virgin gewann in der abgelaufenen Saison mit Sam Bird (Santiago) und Robin Frijns (Paris, New York II) drei Rennen, erreichte allerdings gleich bei drei E-Prix aufgrund von Ausfällen oder Pech in der Qualifikation die Punkteränge nicht. Letztlich erzielte Virgin am Ende der Saison 191 Punkte. Audi landete bei 203, DS Techeetah sicherte sich mit 222 Zählern den Titel in der Teamwertung.

"Wenn man sich die Zahlen anschaut", weiß auch Filippi, "dann ist unser Rückstand auf die DNFs und Kollisionen mit anderen Fahrern zurückzuführen. Wir sind natürlich auch für Teile davon verantwortlich. Aber es ist nicht so, als hätten wir nicht das richtige Verständnis vom Auto oder als wäre die Geschwindigkeit unserer Fahrer nicht vorhanden."

Trotz Kundenteam-Status: Konkurrenzfähigkeit ist "beeindruckend"

Virgin bezog in der abgelaufenen Saison Antriebsstränge von Audi. In den Jahren zuvor entwickelte DS Performance die Motoren des Teams. Die Franzosen beliefern inzwischen jedoch ausschließlich den chinesischen Rennstall Techeetah mit ihren Aggregaten.

"Sie geben uns das Auto, wir müssen damit einen guten Job machen", sagt Filippi über die Partnerschaft mit Audi. "Wir haben das Paket optimieren können und den Antrieb so zum Laufen gebracht, wie es auch das Werksteam geschafft hat. Das ist ziemlich beeindruckend, wenn man bedenkt, wie klein unser Team im Vergleich zu ihrem ist."

Keine Teamorder für den Hersteller

Böses Blut gibt es zwischen Werks- und Kundenteam jedoch nicht. Im Gegenteil: "Audi ist als Partner großartig. Ich tausche mich regelmäßig mit Dieter (Gass, Audi-Motorsportchef) und Allan (McNish, Audi-Teamchef) aus. Es ist eine einfache und direkte Partnerschaft. Wir wollen natürlich trotzdem den Wettbewerb. Niemals würde ich sie vorbeilassen, wenn uns das Punkte kostet. Ich brauche die Zähler doch für mein Team"

Auch in der neuen Saison 2019/20, die am 22. November in Diriyya (Saudi-Arabien) startet, wird Virgin mit Audi-Motoren an den Start gehen. Der Vertrag zwischen beiden Seiten ist auf "mehrere Jahre" angesetzt. Sollte sich das Aggregat des Teams aus Ingolstadt und Neuburg an der Donau erneut als konkurrenzfähig entpuppen, kann Virgin womöglich auch im neuen Jahr auf den vorderen Rängen der Elektroserie mitfahren.

von Tobias Bluhm  

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