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Rallye-Legende Walter Röhrl grantelt gegen Formel E: "Abartig!"

Walter Röhrl, zweimaliger Rallye-Weltmeister und Entwicklungsfahrer bei Porsche, kann der Formel E weiterhin nichts Gutes abgewinnen. Bereits bei der ADAC Sportgala 2016 watschte er die Elektrorennserie im Interview mit e-Formel.de ab (im O-Ton nachzuhören in Episode 11 des ePod, des gemeinsamen Formel-E-Podcasts von e-Formel.de und CLEANELECTRIC). Nun legte er im Interview mit Motorsport-Magazin.com noch einen drauf.

Angesprochen auf das Formel-E-Engagement von Porsche winkt Röhrl ab: "Damit habe ich nichts zu tun. Ich werde mir auch nie ein Rennen anschauen. Im Fernsehen lief mal irgendwas, und ich habe gar nicht hingeschaut. Ich habe dann nur den Ton gehört, als wenn ich am Golfplatz wäre, von einem Golfwagen. Ah, habe ich gedacht, das ist Formel E, ja super - das muss ich unbedingt haben. Zack, habe ich weggeschaltet. Also so viel zu dieser Formel E, das wird mich nicht interessieren. Selbst wenn Porsche gewinnt, interessiert mich das gar nicht."

Auf Nachfrage begründete er seine Meinung mit den Worten: "Das ist abartig meines Erachtens, ein Rennauto zu bauen, damit ich in der Stadt Rennen fahren kann. Die sollen auf die Rennstrecke gehen und einen g'scheiten Sound machen, dann weiß ich, dass ich beim Rennen bin. Und nicht auf einer Blindenveranstaltung."

Röhrl zeigt dennoch Verständnis für die Hersteller, die sich in der Formel E engagieren: "Wir haben bei der Weiterentwicklung des Verbrennungsmotors festgestellt, dass der Motorsport immer wie ein Zeitraffer funktioniert. Wir haben hier in drei Monaten Dinge entwickelt, die in der normalen Entwicklung drei Jahre gedauert hätten. Das ist der einzige Grund, warum ich sage, dass so viele Werke in die Formel E gehen. Sie können sicherlich Dinge lernen, die dann irgendwann einmal auch für das Elektroauto einen Nutzen bringen. Das ist für mich die einzige Entschuldigung."

Zur Zukunft des Motorsports äußerte sich der Regensburger skeptisch: "Ich weiß nicht, wohin sich der Rennsport entwickelt. Ich weiß auch nicht, ob es ihn in 20 Jahren überhaupt noch gibt. Das ist mir im Grunde genommen auch wurscht, an die Rennstrecke gehe ich freiwillig zum Zuschauen sowieso nicht mehr. Das brauche ich nicht, das habe ich alles zur richtigen Zeit gemacht. Aber man wird sich sicherlich daran gewöhnen, dass die Autos keinen Sound mehr haben."

Auch Elektroautos generell und insbesondere dem Porsche Mission E steht Röhrl mehr als kritisch gegenüber, wie er betont: "Nein, das brauche ich auch nicht. Ich bin überzeugt, dass ich bis dahin eine Regelung habe, dass ich entweder in Pension bin oder dass ich damit nichts zu tun habe. Ich will keinen Ärger haben, aber ich werde nie sagen, dass ein Elektroauto etwas Tolles ist. Die Zukunft wird sein, dass man in der Stadt Elektroauto fährt. Aber für das, was ich unter Autofahren verstehe, dass ich ins Auto steige und 800 Kilometer irgendwo hinfahre, wird das Elektroauto nie eine Lösung sein."

Synthetischer Kraftstoff für Röhrl zukunftsweisender als Elektromobilität

Zudem sei das Elektroauto umweltpolitisch eine Katastrophe. "Ich bin schockiert, dass die Politik, die keine Ahnung von nichts hat, das Elektroauto zum Sieger auserkoren hat. Alle rennen jetzt in diese Richtung und vernachlässigen die Entwicklung der Brennstoffzelle, des Verbrennungsmotors und des synthetischen Kraftstoffes, was für mich die Zukunft wäre. Aber die blinden Politiker sagen: 'In die Richtung gehen wir' und alle laufen dorthin. Katastrophe!"

Röhrl sieht immerhin auch die Vorteile von Elektromotoren in Hybridfahrzeugen: "Du gibst nur einen Millimeter Gas und dann fährt das Ding los. Das geht natürlich nur mit dem Drehmoment des Elektromotors, hat aber auch einfach nur den Nachteil, dass sehr viel Masse in Bewegung ist. Für mich als alten Gewichtsfanatiker tut das immer weh, dass ich einen Haufen Gewicht durch die Gegend fahren muss. Wenn die Entwicklung so weitergeht, dass man irgendwann einmal nur noch mit Elektroautos in der Stadt fahren darf, dann ist natürlich so ein Hybrid das perfekte Auto. Auf der einen Seite habe ich die Leistung und den Sound eines Sportwagens, und wenn ich einen Schalter umlege, fahre ich rein elektrisch durch die Stadt."

Foto: Porsche Newsroom

von Tobias Wirtz 

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Kommentar von Jürgen Baumann |

Och Walter - das macht gar nichts.
Die Formel E holt sich inzwischen Bernie Ecclestone als Berater & erwägt Rennen auf klassischen Rennstrecken.
Die Entscheidung ist schon lange gefallen - Verbrenner sind tot. Ob mit oder ohne Synthetik Kraftstoff. Und wenn ich Sound will, dann mache ich einen Download mit einer App. Da kann ich klingen wie ich will. Nach 12-Zylinder, 1-Zylinder Hanomag, Rasierapparat ode eben gar nicht. Das kann kein Verbrenner. Der "Sound" bleibt immer gleich.

Kommentar von Jürgen Baumann |

Übrigens Walter,
wenn Du 800 km am Stück fahren willst, dann solltest Du auch mal Pause machen. Gerade in Deinem Alter.

Dazu passt sonst diese Meldung:
Model S stromert 1000 Kilometer
Italienische Tesla-Besitzer knackten mit einem leicht modifizierten Model S die 1000-Kilometer-Marke. Tesla-Gründer Elon Musk gratulierte via Twitter!
Wenn schon italienische (!) Fahrer so weit kommen, wie weit kommt dann ein sparsamer Schwabe?
Meldung stammt aus der Auto-Bild vom 10.8.2017
Am Ende waren es dann 1078 km. Mit Uralt-Technologie Batterien aus dem Hause Tesla ...

Kommentar von Tobias Wirtz |

Der Ecclestone-Artikel war nur ein April-Scherz ;)

Kommentar von Alex |

Ich habe mir nun auch schon ein paar Rennen der Formel E angesehen - die Autos sind lahm, hoppeln über irgendwelche langweiligen Strecken und klingen dabei super öde - kann man machen, kann man aber auch sein lassen. Für die Entwicklung der Elektromotoren und Batterien ist es sicherlich nicht verkehrt, aber ich bin da ganz bei Herrn Röhrl - es gäbe auch zum Elektromotor Alternativen, die nun völlig ignoriert werden.

Kommentar von Jürgen Baumann |

@Tobias: Danke für den Input. Da bin ich reingefallen :-)

Kommentar von Jürgen Baumann |

@Alex: Was sollten das für Alternativen sein? Gehen wir mal von Fossil-Verbrennern aus. Strassentaugliche Variante im Schnitt 27% Wirkungsgrad (tank to wheel). Wäre bei Bio oder Solar-Kraftstoffen eventuell etwas besser - dafür ist "well to tank" dann unterirdisch schlecht.
Wasserstoff und Brennstoffzelle: Brennstoffzelle (60%) * Elektrolyse (70%) = 42% - marginal besser.
Batterie Fahrzeug: 80%
Habe ich was übersehen?

Die Entwicklung geht immer in Richtung der effizienteren Technik. Deshalb war die stationäre Dampfmaschine (3 – 8 %) besser als menschliche Arbeit (0.5%).
Deshalb wurde die Dampfeisenbahn und das Dampschiff ein Erfolg (8 – 15 %).
Deshalb setzten sich Autos, Flugzeuge, Raketen durch (30 – 50%).
Nun sind Batterie-Elektrofahrzeuge dran (80%).

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