Pascal-Wehrlein-Mahindra-Paris

Wehrlein nach Platz 10 in Paris: "Es gab nicht viel, was ich tun konnte"

Mahindra Racing erlebte in Paris einen gebrauchten Tag. Dabei begann der Rennsamstag für das einzige indische Team in der Formel E vielversprechend. Nach soliden Leistungen im Freien Training sah es nach der Gruppenphase des Qualifyings sogar noch deutlich besser aus. Sowohl der Meisterschaftsführende Jerome d'Ambrosio als auch Pascal Wehrlein qualifizierten sich als als Fünft- beziehungsweise Zweitschnellster für die Super-Pole.

D'Ambrosio war dabei der einzige Pilot aus Qualifying-Gruppe 1, in der tendenziell die schlechtesten Streckenverhältnisse herrschen, der es in das Shoot-out schaffte. Wehrlein hingegen war in der starken Qualifying-Gruppe 3, aus der sich neben ihm auch die beiden Nissan-Piloten Sebastien Buemi und Oliver Rowland sowie Felipe Massa für die Super-Pole qualifizierten.

D'Ambrosio verteidigte seinen fünften Platz und qualifizierte sich somit für die dritte Startreihe. Wehrlein zeigte eine hervorragende Runde und sicherte sich vermeintlich die zweite Pole-Position seiner Formel-E-Karriere. Zumindest dachten das bis zur technischen Kontrolle der Fahrzeuge im Anschluss alle. Die FIA stellte hier jedoch bei beiden Mahindra-Boliden zu niedrige Reifendrücke fest. Statt mindestens 1,60 Bar, wie vorgeschrieben, wiesen die Reifen bei d'Ambrosio zwischen 1,47 und 1,56 Bar auf, bei Wehrlein waren es zwischen 1,48 und 1,56 Bar.

Die Rennkommissare strichen beiden Piloten die im Gruppen-Qualifying und in der Super-Pole erzielten Rundenzeiten. D'Ambrosio und Wehrlein mussten daher von den Plätzen 21 und 22 ins Rennen gehen. Obwohl Wehrlein im Qualifying der schnellere der beiden Piloten gewesen war, startete d'Ambrosio vor ihm, denn die Startreihenfolge ergibt sich für Fahrer, die im Qualifying ohne Zeit bleiben, aus dem Ergebnis des 2. Freien Trainings. Hier war der Belgier knappe drei Zehntelsekunden schneller gewesen.

Wehrlein rettet einen Punkt

Wehrlein tat sich im Rennen schwer, seine Pace aus dem Qualifying zu bestätigen und auf dem engen Kurs rund um den Invalidendom Positionen gutzumachen. Durch den Start hinter dem Safety-Car gab es zudem keine Möglichkeit, bereits auf den ersten Metern Konkurrenten zu überholen. Er profitierte jedoch von dem Chaos, das durch den einsetzenden Regen ausgelöst wurde. Mehrere Konkurrenten drehten sich oder kollidierten. So konnte Wehrlein in der vorletzten Runde wenigstens auf Platz 10 vorrücken und diesen bis ins Ziel verteidigen.

Nach dem Rennen überwog bei Wehrlein jedoch noch immer der Ärger über die Disqualifikation: "Ich war eines der letzten Autos im Qualifying. Sie haben die Autos nach der Reihe geprüft. Bis ich dran war - das haben sie uns noch mal bestätigt - hat es zehn Minuten gedauert. Bei zehn Minuten in diesen Bedingungen sind die Reifen wieder kalt. Daher war der Reifendruck zu niedrig. Beim Verlassen der Box passte er noch. Das haben wir versucht der FIA zu erklären, dass es nicht unser Fehler ist. Aber sie entschieden sich trotzdem, uns zu bestrafen", sagte er nach dem Rennen ins Mikrofon von 'e-Formel.de'.

"Als ich im Rennen dann endlich frei fahren konnte, hatte ich eine richtig gute Pace", fährt Wehrlein fort. "Ich war schneller als die Autos vor mir. Man kann hier aber nicht überholen. Die meiste Zeit im Rennen hing ich fest, und es gab nicht viel, was ich tun konnte. Am Ende ist Platz 10 okay, wenn man von Platz 22 startet, besonders hier in Paris."

D'Ambrosio mit zweitem Saison-Ausfall

Auch Jerome d'Ambrosio tat sich im Rennen mit seiner Aufholjagd schwer. Im Gegensatz zu Wehrlein gelang es ihm allerdings, vom einsetzenden Regen unmittelbar zu profitieren und sich weiter nach vorne zu schieben. Lag er bis zur 13. Runde noch direkt vor Wehrlein, waren es in Runde 15 bereits sieben Positionen, die ihn von seinem Teamkollegen trennten. Aber auch der Belgier blieb bei seiner Fahrt nicht frei von Fehlern: Er kollidierte mit Virgin-Pilot Sam Bird, was mit einer Rückversetzung um drei Startplätze für das Rennen in Monaco bestraft wurde.

Zwei Runden vor dem Ende - d'Ambrosio lag mittlerweile auf dem achten Platz - beging er beim Re-Start nach einer Safety-Car-Phase erneut einen Fahrfehler und prallte beim Angriff auf BMW-Pilot Antonio Felix da Costa gegen die TecPro-Barriere. Dies bedeutete den zweiten Ausfall der laufenden Saison für d'Ambrosio, der dadurch die Führung in der Gesamtwertung verlor und auf Platz 5 zurückfiel.

"Ich denke, dass ich heute eines meiner besten Rennen gefahren habe", sagt d'Ambrosio trotz alledem. "Unglücklicherweise bin ich dann bei einem Überholversuch in die Mauer gerutscht. Aber so ist das manchmal im Rennsport. Trotzdem haben wir viel Positives aus dem Wochenende mitgenommen: Der Speed des Autos war unglaublich. Wir waren gut im Qualifying, und ich war der Schnellste in Gruppe 1. Wir hatten eine tolle Rennpace, und das nehmen wir von diesem Wochenende mit. Ich habe hart gekämpft, und die Meisterschaft ist immer noch offen."

Teamchef Dilbagh Gill ergänzt: "Es war ein konstruktiver Tag. Wir haben gezeigt, dass wir unsere vorherigen Probleme bei nassen Bedingungen gelöst haben. Unsere Rennpace war da, und wir waren sehr schnell. Vom Ende der Startaufstellung haben wir es in die Punkte geschafft. Pascal und Jerome haben insgesamt 25 Positionen gutgemacht. Jetzt geht es auf das Ende der Meisterschaft zu. Wir müssen uns nun auf Monaco konzentrieren und weiterhin vorangehen."

von Tobias Wirtz 

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Kommentar von H.-W.-E... |

Tja, der Junge ist schnell da gibt es wohl (anders als beim Reifendruck) keine Diskussionen!

Hoffe nur das er nicht in dieser Rennserie hängen bleibt und man Ihn wieder in anderen Serien sieht. Es wäre schade wenn...

Kommentar von Trockensumpfpumpe |

@H.-W.-E... Ich würde das nicht mal als "hängen bleiben" bezeichnen. Die Formel E würde ich mittlerweile gut und gerne direkt hinter der Formel 1 einschätzen bezüglich fahrerischer Klasse, höchstens die Indycar-Meisterschaft sehe ich (in vergleichbaren Rennklassen, WRC wäre jetzt etwas weit hergeholt) da auf einem vergleichbaren Niveau.
Und wirtschaftlich wird sich das mit dem Zuwachs der Hersteller und weiteren Schritten wohl noch intensivieren. Wenn dann irgendwann die Fahrer aus den anderen Rennklassen kommen, werden diejenigen einen Vorteil haben, die früher in der Formel E waren.

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