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WM-Status ab 2019? Formel E zieht Antrag bei FIA in Erwägung

Wenngleich immer wieder Fahrer, Sponsoren oder Medien vom "Weltmeistertitel" in der Formel E sprechen, ist die Elektrokategorie nach wie vor de facto keine Weltmeisterschaft. Um sich als FIA-Serie "Word Championship" nennen zu dürfen, muss eine Serie gewisse Anforderungen erfüllen - und das nötige Kleingeld mitbringen. Bislang hat Formel-E-Gründer Alejandro Agag das Thema "WM-Status" stets auf die lange Bank geschoben, doch allmählich fordern immer mehr Beteiligte das prestigeträchtige Namensupgrade.

"Eine Möglichkeit für die Zukunft", nennt Agag den potenziellen WM-Status für die Formel E gegenüber 'e-racing365' - "aber nichts von großer Priorität." Der Spanier führt aus: "Ich denke, einige wünschen sich das, aber es steht nicht ganz oben auf unserer Agenda." Nichtsdestotrotz habe das Thema in den vergangenen Monaten mit dem Einstieg einiger neuer Hersteller Fahrt aufgenommen, heißt es.

So seien die Teams vor Kurzem informiert worden, dass ein formaler Antrag bereits Anfang 2019 vor dem Welt-Motorsport-Rat der FIA - dem entscheidenden Gremium - eingereicht werden könnte. Bereits zur sechsten Saison, die Ende des kommenden Jahres beginnt, könnte die Formel E demnach zur offiziellen Weltmeisterschaft avancieren. Mercedes und Porsche, die dann einsteigen werden, dürfte es freuen, wenngleich nicht klar ist, ob auch sie sich bereits zur Thematik geäußert haben.

Es hängt allein am Geld

Die Voraussetzungen für einen Antrag erfüllt die Formel E längst. Sie besitzt auf der einen Seite genügend verschiedene Hersteller, die sich technisch engagieren. Gleichzeitig findet sie auf mehreren unterschiedlichen Kontinenten statt - kommendes Jahr in Asien, Afrika, Süd- und Nordamerika sowie Europa. Hinzu kommt allerdings eine verhältnismäßig hohe (unbekannte) Summe, die eine Rennserie für den begehrten WM-Status aufbringen muss. An diesem Punkt scheiterte es bis dato.

"Natürlich bedeutet es Kosten für die Teilnehmer und den Promoter, wenn man vom aktuellen Status zur vollständigen Weltmeisterschaft aufsteigen will", erklärt NIO-Teamchef Gerry Hughes. Der Brite scheint dem Vorschlag offen gegenüberzustehen, sieht aber sowohl Vor- als auch Nachteile: "Ich denke, es wäre großartig, wenn die Formel E als Weltmeisterschaft bekannt wäre. Wenn wir dadurch allerdings die Einstiegskosten bei der FIA erhöhen würden, sollten wir uns das im Vorfeld gut überlegen und darüber diskutieren."

Ob die Formel E im kommenden Jahr den Schritt Richtung WM machen wird, bleibt abzuwarten. Sollten die Hersteller den Druck weiter erhöhen und das erforderliche Budget aufbringen, könnte sich die Formel E schon in gut einem Jahr in die Reihe der FIA-Weltmeisterschaften eingliedern. Diese besteht aktuell aus den Rennserien FIA Formula 1 World Championship, FIA World Rally Championship, FIA World Rallycross Championship und FIA World Endurance Championship.

von Timo Pape 

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