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Wolff: "Sag niemals nie" - Formel E als F1-Sprungbrett für Vandoorne & de Vries?

Mit Stoffel Vandoorne und Nyck de Vries starten in der Saison 2019/20 zwei Ausnahmetalente des Motorsports für das Mercedes-Team in der Formel E. Das belgisch-niederländische Duo wird beim Saisonstart in Diriyya (22./23. November) das erste Rennen der Silberpfeile in der Elektroserie bestreiten. Die Formel E könnte für den Ex-McLaren-Piloten Vandoorne sowie den frisch gebackenen Formel-2-Meister de Vries dabei womöglich zu einer Plattform für den Sprung in die Formel 1 werden, wenn es nach Toto Wolff geht.

Der Motorsport-Chef von Mercedes findet den Gedanken, dass beide Fahrer in der Formel E ihr Potenzial für die Formel 1 unter Beweis stellen könnten, "sehr spannend." Bei 'Motorsport.com' führt er aus: "Beide haben bei mir einen sehr hohen Stellenwert. Wenn die Zeit reif ist und sich eine Möglichkeit ergibt, hätten beide gleichermaßen einen Einsatz in der Formel 1 verdient. Und ich bin mir sicher, dass sie sich dort gut schlagen würden."

"Die Formel E ist eine aufregende Plattform für Werksteams", so Toto Wolff, dessen Frau Susie auch in der Saison 2019/20 Teamchefin von Venturi ist - dem neuen Kundenteam von Mercedes. "Beide hätten es verdient, sowohl im Formel-1- als auch im Formel-E-Auto zu sitzen - und beide haben Verbindungen zur Mercedes-Familie, was auch eine Rolle im Formel-1-Team bedeutet, sei es als Simulator-Fahrer oder in einer anderen Funktion. Man sollte niemals nie (zu einer Formel-1-Zukunft) sagen. Das gilt für beide."

Stoffel Vandoorne fuhr vor seinem Wechsel in die Formel E noch bis 2018 als Teamkollege von Fernando Alonso bei McLaren in der Formel 1. In der "Königsklasse" erreichte er bei 41 Grand-Prix-Starts allerdings nur achtmal die Top-10-Ränge und beendete seine bisherige F1-Karriere auf WM-Position 16. De Vries gewann seines Zeichens erst am vergangenen Wochenende in Sotschi den Titel in der Formel-2-Meisterschaft und gilt als größte Motorsport-Hoffnung der Niederlande - selbstverständlich nach Max Verstappen.

Keine Wiederholung von Albon-Dilemma

Jener Verstappen startet derzeit für Red Bull an der Seite des Thailänders Alexander Albon, der im Frühjahr selbst aus der Formel 2 in die Formel 1 aufstieg. Ursprünglich hätte Albon in der Formel-E-Saison 2018/19 anstelle von Oliver Rowland für Nissan fahren sollen, jedoch verließ er das Team überraschend für F1-Verhandlungen noch vor Saisonstart. Mit einem ähnlichen vertraglichen Dilemma muss Wolff vorerst allerdings nicht rechnen, beruhigt de Vries.

"Ich denke nicht, (dass ich in eine solche Situation komme)", so der Niederländer. "Ich bin sehr dankbar für die Möglichkeit von Mercedes. Für mich ist es an diesem Punkt in meiner Karriere richtig, diese Chance wahrzunehmen. Ich kann natürlich nicht vorhersehen, wie die Welt in drei bis fünf Jahren aussieht. Aber im Moment bin ich sehr glücklich mit dieser Rolle und freue mich auf die neuen Aufgaben in der Formel E."

Vor dem Saisonauftakt in Saudi-Arabien stehen für Vandoorne und de Vries die offiziellen Formel-E-Testtage in Valencia an, die vom 15. bis 18. Oktober in Valencia (Spanien) stattfinden. 'e-Formel.de' berichtet wie in den letzten Jahren für dich live über die Vorsaison-Tests der Elektroserie.

Foto: Daimler

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von EffEll |

So lange Hamilton für Mercedes in der F1 fährt, so lange wird es kein neues Talent in einem Mercedes F1 geben und ob nach Hamiltons Karriere noch ein Werksteam existiert, ist nach dem Motoren-Deal mit McLaren irgendwie auch fraglich. Meiner Meinung nach passt die F1 dann nicht mehr zu der Neuausrichtung des Mutterkonzerns, der unlängst die Entwicklung der Verbrennungsmotoren eingestellt hat.

Kommentar von Tom |

Mann merkt das es Mercedes und H. Wolff schwer fällt sich an neue Umstände zu gewöhnen. Dabei sind schon mehr als 5 Jahre vergangen...Wieso wird in jedem Absatz die F1 erwähnt? Da tut sichein Konzern und ein Motorsport Chef noch schwer an zu erkennen das es hier eine Motosport Serie gibt die sich auf Augenhöhe mit der F1 bewegt und noch nicht erkannt hat das sie mehr Zukunft hat. Mercedes ist und bleibt konservativ...

Kommentar von EffEll |

@Tom
Ganz und gar nicht. Der Chef der AMG Sparte hat unlängst verkündet, dass auch ein vollelktrisches AMG im Plan ist und Mercedes plant, von jeder Baureihe, sei es A, C, E oder S auch ein BEV in der Pipeline ist (EQA, EQC, EQE und EQS. Der Nachfolger des Project One soll 2023 auch ein BEV sein. Die EQ Serie wird gerade sehr gepusht und für mich sieht das eher danach aus, dass die F1 nicht mehr so recht zur Konzernausrichtung passt. Die Entwicklung der Verbrennungsmotoren wurde ebenfalls kürzlich eingestellt. Für 2021 ist in der F1 eine große Reglement Umstellung geplant. Je nachdem wie umfangreich diese ausfällt, ist m.M.n. ein Ausstieg Mercedes' aus der Formel 1 nicht unwahrscheinlich. Denn warum sollte man viel Geld für eine Rennserie mit Verbrennungsmotoren ausgeben, wenn man die Entwicklung derer für die Serienfahrzeuge unlängst eingestellt hat? Zudem hat man in der F1 bereits alles gewonnen. Es gibt kein echtes Ziel mehr. Vergleichbar mit Porsche und Audi in der WEC LMP1. Die waren auch weg, nachdem man die Serie dominierte.

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