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Neues Formel-E-Regelwerk vorgestellt: Power-Modi kommen, Runden werden abgeschafft

Höher, schneller, weiter: Die Formel-E-Meisterschaft, die erste vollkommen elektrische Rennserie der Welt, marschiert mit großen Schritten auf ihre zweite Technologie-Generation zu. Während Jean-Eric Vergne und Sam Bird weiterhin im Titelkampf von Saison 4 stecken, liefen in den vergangenen Monaten bereits die Vorbereitungen für Saison 5 auf Hochtouren. Die neue Saison verspricht noch größer, grüner und grandioser als in den Jahren zuvor zu werden.

Neu im Programm: ein vollständig überarbeitetes Chassis, fast doppelt so große Batterien, keine Boxenstopps, Zeitrennen, Effizienz-Punkte, aufregende Power-Modi und sowie neue Teams und Fahrer. Beim Treffen des Weltmotorsportrats in Manila beschloss der Motorsport-Dachverband FIA am Donnerstag endgültig das revolutionäre Formel-E-Regelwerk für die kommende Saison 2018/19.

Zeitrennen im Batmobil

Eine der überraschendsten Änderungen im Reglement: Ab sofort wird die Formel E nur noch gezeitete Rennen austragen. Anstatt einen E-Prix wie bisher nach einer bestimmten Anzahl Runden zu beenden, dauern die E-Prix fortan immer 45 Minuten plus eine Runde. Hinzu kommt, dass der Extra-Punkt für die schnellste Rennrunde wegfallen und von einer weiteren Neuerung ersetzt wird.

Ab Saison 5 bekommt der effizienteste Fahrer aus den Top 5 zusätzliche Punkte. Jener Pilot, der beim Zieleinlauf am wenigsten Energie verbraucht hat, soll demnach mit Extra-Zählern für die Meisterschaft belohnt werden. Wie viele Punkte für die effiziente Fahrweise vergeben werden, ist noch nicht bekannt.

Mehr Power für die Formel E

Die Formel E trägt ihre Rennen ab der nächsten Saison zudem mit einem vollkommen neuen Auto aus: Der Gen-2-Renner sieht nicht nur viel futuristischer aus, sondern hat auch eine doppelt so große Reichweite. Die höchste Motorenleistung soll fortan bei 250 kW (340 PS) abgeriegelt sein - weitaus mehr als das, was die aktuellen Formel-E-Fahrzeuge leisten können.

Hinzu kommen neue Power-Modi für die Elektroserie. Im Rennen erlauben die FIA-Regelhüter fortan 200 kW Maximalleistung (aktuell: 180 kW), im Qualifying die maximalen 250 kW (aktuell: 200 kW). Durch einen neuen Boost-Modus kann dieser Wert im Rennen allerdings auf 225 kW gesteigert werden. Um diesen Boost zu aktivieren, müssen die Fahrer durch eine markierte Aktivierungszone am Streckenrand fahren.

Wie lange und häufig der Boost aktiviert werden kann, soll von Strecke zu Strecke variieren. Fährt der Pilot im Boost-Modus, können Fans an der Strecke und vor dem Fernseher dies an einem LED-Streifen am Halo-Sicherheitssystem über dem Helm der Fahrer erkennen. Verschiedene Farben je nach Modus werden zum Einsatz kommen. Weiterhin im Programm bleibt der FANBOOST, der den höchstmöglichen Output der Elektromotoren im Rennen auf die vollen 250 kW aufstocken soll.

Neue Teams & Fahrer

Auch im Teilnehmerfeld wird sich zu Saison 5 jede Menge ändern. Das Fahrerlager wird mit den Werksteams von BMW, bislang technischer Partner von Andretti, und Nissan gleich zwei neue Automobil-Giganten in seinen Reihen begrüßen. Nissan übernimmt das e.dams-Team von Allianzpartner Renault und wird zweifelsohne frischen Wind in die Equipe von Teamchef Jean-Paul Driot bringen.

Außerdem neu dabei: HWA. Das schwäbische DTM-Erfolgsteam tritt in der fünften Saison mit einem eigenen Team in der Formel E an und bereitet den werksseitigen Mercedes-Einstieg vor, der für die darauffolgende sechste Saison geplant ist. HWA startet mit Antrieben von Venturi und wird offenbar auch mindestens einen aktuellen Venturi-Starter übernehmen - schließlich übernimmt Ex-Formel-1-Superstar Felipe Massa eines der beiden Cockpits im monegassischen Team.

Die Aussichten für die aufstrebende Elektroserie sind großartig. Das neue Regelwerk wird, zusammen mit dem neuen Auto und neuen Strecken im Rennkalender, für jede Menge Action auf und abseits der Strecke sorgen. Vorerst richten sich nun allerdings alle Blicke auf Zürich. Schließlich findet dort schon am kommenden Wochenende das drittletzte Rennen der aktuellen Formel-E-Saison statt. Wir begleiten das Rennen selbstverständlich für dich live vor Ort.

Foto: Audi Communications Motorsport / Michael Kunkel

Der Gen-2-Renner der Formel E im Video

von Tobias Bluhm 

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