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Zürich streicht Formel-E-Lauf für 2019, Ersatzrennen in Bern?

Die Formel E wird 2019 nicht nach Zürich zurückkehren. Das bestätigte der Stadtrat der Limmatstadt am Dienstag in einer Pressemitteilung. Grund für die überraschende Absage an die Formel-E-Veranstalter sei eine andere Großveranstaltung, die einen Monat nach dem Rennen angesetzt ist. Statt dem eigentlich für den 9. Juni geplanten E-Prix in der 400.000-Einwohner-Metropole könnte die Elektroserie stattdessen in die Bundesstadt Bern umziehen.

Hauptgrund für das Scheitern der eigentlich geplanten Neuauflage des Zürich-Rennens ist das Zürcher Stadtfest, das alle drei Jahre am Zürichsee stattfindet. Die Stadtregierung möchte der Bevölkerung nicht zu viele Großveranstaltungen zumuten: "Die denkmalgeschützte Parkanlage Arboretum eignet sich nicht für eine intensive Nutzung", heißt es in der Mitteilung. Nicht nur das "Züri Fäscht", bei dem am ersten Juli-Wochenende bis zu zwei Millionen Gäste erwartet werden, sondern auch das zehnjährige Jubiläum des Pride-Festivals Ende Juni stehen der Elektroserie im Weg. "Deshalb hat der Stadtrat entschieden, für 2019 keine Bewilligung für ein Formel-E-Rennen in Aussicht zu stellen."

Trotzdem bleibe die Stadt in Kontakt mit der Formel E, um eine Lösung für das Folgejahr zu finden. Ab 2020 könnte die Elektroserie womöglich also zurück an die Limmat kommen, wenngleich eine Rennstrecke gesucht wird, "die nicht am Seebecken liegt." Das Viertel sei mit seinen kurzen Seitenstraßen zu eng, als dass die Belastung für die Bevölkerung tragbar wäre. Eine Arbeitsgruppe mit Fachleuten aus der Stadtverwaltung soll nun mögliche Veranstaltungsorte prüfen und dem Stadtrat vorlegen.

"Leider war es nicht möglich, ein alternatives Datum zu finden, das für Zürich und uns gleichermaßen passt", kommentiert ein Formel-E-Sprecher die Absage des Rennens bei 'Motorsport.com'. "Der Zürich E-Prix war ein großer Erfolg. Wir können stolz darauf sein, im ganzen Land so gut angenommen worden zu sein."

Der Zürich E-Prix 2018 fand am 10. Juni im Hafen Enge statt. Den Sieg von Audi-Fahrer Lucas di Grassi sahen weit mehr als 100.000 Zuschauer an der Rennstrecke. Fans, Teams und Offizielle bewerteten das Event als großen Erfolg, wenngleich lange Auf- und Abbauzeiten sowie zu spät eingereichte Pläne und Konzepte der Veranstalter für Unmut bei Anwohnern und Lokalpolitikern gesorgt hatten.

Ersatzlauf in Bern?

Übereinstimmende Medienberichte legen indes nahe, dass die Formel E mit der Bundesstadt Bern bereits einen potenziellen Ersatz für den Zürich-Lauf gefunden haben könnte. Wie die "Berner Zeitung" berichtet, habe sich der Stadtrat Berns gegenüber dem Rennen bereits positiv geäußert. "Wir freuen uns über den Richtungsentscheid des Berner Gemeinderats und über das hohe Tempo, das sowohl in der Politik als auch im Verwaltungsprozess angeschlagen wurde", sagt Stephan Oehen, Mediensprecher der Swiss E-Prix Operations AG, der 'Berner Zeitung'.

Schon am Montag sollen die Planungen für den Lauf begonnen haben: "Insbesondere gilt es, eine Strecke zu definieren, die allen Bedürfnissen entspricht. Bern hat ein hochattraktives Stadtbild und eine hohe Symbolik als Bundesstadt", so Oehen. Die internationale Ausstrahlung der Stadt werde durch ein Formel-E-Rennen noch verstärkt.

Sollte sich Bern tatsächlich um einen Platz im Kalender der Elektroserie bewerben, bleibt nicht mehr viel Zeit. Der Formel-E-Rennkalender für 2019 soll bereits im Oktober finalisiert werden. "Bis Bern dort seinen Platz erhält, gibt es noch viel anzupacken."

von Tobias Bluhm 

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Kommentar von Geissler Claudia |

Das wäre wunderbar, wenn das Rennen nach Bern verlegt würde. Bereits die Bremgarten-Rundstrecke war ein Stadtkurs, eröffnet 1931, auf dem viele Motorrad und Autorennen stattfanden. Vielleicht hilft das der Schweiz über das Trauma von 1955 hinwegzukommen und endlich wieder Rennen in der Schweiz generell zuzulassen. Eine internationale Rennstrecke würde der Schweiz sehr gut stehen und viel Prominenz und Geld anziehen.

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