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Zum Saisonstart der Roborace-Beta-Season: Neues Team Acronis SIT Autonomous vorgestellt

Am Freitag ist es endlich soweit: Nach langem Warten startet Roborace, die erste Rennserie für autonom fahrende Elektroautos, am 25. September 2020 in ihre sogenannte Beta-Saison - die zweite Test-Kampagne vor der ersten "richtigen" Saison. Fans können die insgesamt zwölf Veranstaltungen live im Internet über Twitch verfolgen. Mit "Acronis SIT Autonomous" wurde am Mittwoch eines der Roborace-Teams offiziell vorgestellt.

Der Fokus von Roborace liegt auf der Entwicklung von Künstlicher Intelligenz (KI) zur Erhöhung der Sicherheit im Straßenverkehr. Dazu stellt die Rennserie eine offene Plattform zur Verfügung und übernimmt die Organisation und den Support der Teilnehmer. Auf dieser Basis entwickeln die Teams ihre eigene KI-Software. Technisch sind alle Fahrzeuge - umgerüstete und mit vielen Sensoren ausgestattete LMP3-Rennwagen von Ginetta - identisch. Zu Testzwecken kann im Rennwagen auch ein Fahrer Platz nehmen und im Notfall eingreifen.

Weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit fand von April bis November 2019 die sogenannte Alpha-Saison statt, eine erste Testsaison der jungen Rennserie Roborace. Die Rennen fanden unter anderem in Monteblanco (Spanien), auf dem Test-Areal für Autonomes Fahren ZalaZone in Ungarn und in La Croix en Ternois (Frankreich) statt.

Die Beta-Saison, deren Beginn wegen der COVID-19-Pandemie um ein halbes Jahr von März auf September verschoben wurde, umfasst insgesamt zwölf Rennen und endet im Mai 2021. In den ersten sechs Rennen geht es zunächst um "Single Car Performance", also darum, ein Fahrzeug allein auf der Rennstrecke fahren zu lassen. In der zweiten Saisonhälfte sollen die Teams schließlich mit mehreren Fahrzeugen gleichzeitig unterwegs sein.

Die erste offizielle Saison von Roborace soll nach aktuellem Stand im Herbst 2022 starten. Das Debütrennen könnte dabei auf einer klassischen Formel-1-Rennstrecke stattfinden. Nichtsdestotrotz will die Serie sonst aber überwiegend in "urbaneren" Gegenden fahren, ähnlich wie die Formel E.

"Metaverse" kombiniert Augmented Reality mit Zuschauer-Interaktion, Saisonauftakt live auf Twitch

Die Roborace-Rennen werden nicht nur rein autonome Fahrveranstaltungen sein: In einem Metaversum ("Metaverse", virtueller Raum) werden den Fahrzeugen virtuelle Hindernisse vorgegeben, welche die KI vollkommen autonom an- bzw. umsteuern muss. Der Vorteil: Bei virtuellen Hindernissen entstehen keine Schäden an den Fahrzeugen, wenn es zu einer Kollision kommt. Stattdessen wird es Zeitstrafen bei einer Berührung geben. Daneben soll es jedoch auch Objekte geben, die ein Fahrzeug mit einem Bonus belohnen, vergleichbar mit der Attack-Zone in der Formel E.

Die Planungen sehen vor, die Objektkontrolle innerhalb des Metaverse dem Publikum zu übertragen und somit die Fans aktiv in das Renngeschehen einzubeziehen. Wie genau das aussehen könnte, ist aktuell jedoch noch nicht bekannt.

Die ersten beiden Rennen der Beta-Saison finden am 25. und 26. September auf dem Anglesey Circuit an der Nordwestküste von Wales statt. Interessierte dürfen sich auf Live-Coverage freuen: Die Übertragungen auf dem Twitch-Kanal von Roborace beginnen um 13 Uhr deutscher Zeit und gehen bis 20 Uhr. Bereits am Donnerstag ab 13 Uhr ist auf dem Kanal ein einstündiges "Season Beta Intro" geplant.

Acronis SIT Autonomous Team offiziell vorgestellt

Im Rahmen einer digitalen Pressekonferenz, der auch e-Formel.de beiwohnte, wurde am Mittwoch das neue "Acronis SIT Autonomous Team" vorgestellt. Es gehört zum Schaffhausen Institute of Technology (SIT), einer Privatuniversität in Schaffhausen (Schweiz). Als Teamchef fungiert der Russe Ilya Shimchik, Software-Entwickler mit Fokus auf Robotik. Alexander Buival ist leitender Software-Ingenieur für Robotik und zuständig für die Fahrzeugdynamik. Dazu sind Maksim Filipenko (Physikalische Cyber-Systeme und Systemoptimierung) und Ruslan Mustafin (Machine-Learning-Algorithmen) als Senior-Software-Ingenieure mit an Bord.

"Sport beschleunigt die Entwicklung der Mobilitätstechnologien", so Teamchef Ilya Shimchik. "Wir sind stolz darauf, die Grenzen des autonomen Fahrens mit KI- und Machine-Learning-Lösungen, die extrem genaue berechnete Ergebnisse liefern, zu verschieben. Der Sieg bei Roborace hängt oft davon ab, wer die beste und neueste Technologie hat, und wir sind zuversichtlich, dass wir zusammen mit Acronis über die Spitzen-Technologie verfügen, die wir brauchen, um gegen die Besten der Welt anzutreten."

Das Schweizer Softwareunternehmen Acronis ist dabei nicht nur Titelsponsor des Rennstalls, sondern auch Technischer Partner des Acronis SIT Autonomous Team. Darüber hinaus fungiert Acronis als offizieller Partner für Cyber-Protection für die gesamte Rennserie Roborace.

Fotos: Acronis SIT Autonomous Team

von Tobias Wirtz  

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Kommentar von EffEll |

Ich bin jetzt doch wieder neugierig geworden und sah mir das Beta "Race" vom 26. im Schnelldurchlauf an, in der Hoffnung ein Wagen auf der Strecke zu sehen. Der zweistündige Stream zeigte eine Moderation offenbar aus den eigenen vier Wänden und einige Schalten zu heruntergekommenen Garagen in denen die Teams an den Autos arbeiteten, das wars. Keine Bilder von nur einem einzigen fahrenden RoboRace LMP3. Wenn ich das richtig verstanden habe, offenbar aufgrund des schlechten Wetters. Das Wetter bzw die Strecke, auf dem das Event abgehalten werden sollte, sah man jedoch nicht, lediglich ein countdown der den Beginn des Events einleiten sollte. Das war schon ziemlich lächerlich. Ich verstehe auch nicht, warum man keine echten Bilder von der Strecke und dem angeblich so schlechten Wetters sah, bis auf eine Computeranimation, die das Layout der Strecke verdeutlichen sollte. Ich weiß nicht was ich davon halten soll. Auf mich wirkte dieses Szenario wie ein Vorwand. Man hätte doch schon während des halbstündigen Countdowns wissen müssen, dass das Wetter kein Event zulässt. Komische Veranstaltung ...

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