Extreme E

Extreme E ist eine neue Rennserie für vollelektrische SUVs. Sie wird ihre Rennen in den extremsten Regionen der Erde auf Offroad-Strecken austragen und im März 2021 in ihre erste Saison starten. Das Ziel von Extreme E ist es, mithilfe von packenden Rennen vor beeindruckenden Kulissen die bereits heute sichtbaren Folgen des Klimawandels an konkreten Beispielen zu veranschaulichen. Die Grundsäulen der Extreme E: Elektrifizierung, Umwelt und Gleichstellung. Geschäftsführer der Extreme E ist der Formel-E-Gründer Alejandro Agag, der sich bei seinem neuen Projekt vieler bewährter Mechanismen der Monoposto-Kategorie bedient.

Erste Details zu Extreme E gaben die beiden Initiatoren des Projektes - Alejandro Agag und McLaren-Sportdirektor Gil de Ferran - im Rahmen einer großen Launch-Veranstaltung am 31. Januar 2019 in London bekannt. Nachdem das Auto im Sommer 2019 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert wurde, veröffentlichte Extreme E kurz vor Weihnachten 2019 einen ersten Rennkalender für die Debütsaison und gab im Oktober 2020 noch einmal Anpassungen für die Debütsaison bekannt.

Rennkalender von Extreme E

In der Debütsaison 2021 werden insgesamt fünf Rennveranstaltungen stattfinden, die jeweils zwei Tage lang dauern sollen. Rennorte von Extreme E sind die Atlantik-Küste im Senegal (Hinweis auf Plastikmüll und steigende Meeresspiegel), Saudi-Arabien (Wüstenbildung), die Region Patagonien in Argentinien (schwindende Gletscher), die grönländische Arktis (schmelzende Eiskappen) sowie der Amazonas-Regenwald (Abholzung). Die Debütsaison der Extreme E beginnt im März 2021 mit einem Rennwochenende in der Wüste von Saudi-Arabien.

Die RMS St. Helena - das schwimmende Fahrerlager von Extreme E - wird anschließend die Segel gen Senegal setzen: Der "Ocean X Prix" an der Westküste Nordafrikas soll nun den zweiten von insgesamt fünf Saisonläufen ausmachen. Das Rennen im Senegal wird demnach am Wochenende des 29./30. Mai 2021 stattfinden. Danach geht es weiter Richtung Nordpol. Dort soll am 28. und 29. August der "Arctic X Prix" stattfinden. Anschließend reist die Extreme E nach Südamerika. Dort steht ein Rennwochenende im Amazonas-Regenwald in der Region Santarem auf dem Plan. Der "Amazon X Prix" wurde auf den 23. und 24. Oktober datiert.

Gut ein halbes Jahr vor Saisonbeginn gab die Extreme E einen Austragungsort für das Saisonfinale bekannt: Anstatt im Himalaya zu fahren, besucht die Serie zum Abschluss ihres ersten Jahres die Gletscher-Region Patagoniens im Süden von Argentinien. Der "Glacier X Prix" in Feuerland - oftmals als "Ende der Welt" bezeichnet - beschließt bezeichnenderweise am Wochenende des 11./12. Dezember 2021 die erste Saison der Extreme E. Die Entscheidung, den Start der ersten Saison um sechs Wochen nach hinten zu verschieben, wurde aufgrund verschiedener Gründe aus der COVID-19-Pandemie heraus getroffen.

Lauf Datum Austragungsort Event-Titel
1 20./21.03.2021 Al-'Ula, Saudi-Arabien Desert X Prix
2 29./30.05.2021 Lac Rose, Senegal Ocean X Prix
3 28./29.08.2021 Kangerlussuaq, Grönland Arctic X Prix
4 23./24.10.2021 Santarem, Brasilien Amazon X Prix
5 11./12.12.2021 Patagonien, Argentinien Glacier X Prix

 

 

Bestätigte Fahrer & Teams der Extreme E

Chip Ganassi Racing war im Sommer 2020 der erste Rennstall, der zwei Fahrer unter Vertrag nahm und bekannt gab: In Saison 1 werden sich Sara Price und Kyle LeDuc das Cockpit des US-Teams teilen. Anschließend verkündete ABT Cupra, Matias Ekström als männlichen Piloten zu verpflichten. Ende September zog Andretti United nach und gab Timmy Hansen und Catie Munnings als Fahrerpaarung bekannt. Die anderen fünf Extreme-E-Teams halten sich bezüglich ihres Line-ups bislang bedeckt. Somit sind derzeit fünf von insgesamt 18 Cockpits vergeben.

Team Fahrer Fahrerin
ABT Sportsline Matias Ekström noch unbekannt
Andretti United Extreme E Timmy Hansen Katie Munnings
Chip Ganassi Racing Kyle LeDuc Sara Price
HWA Racelab noch unbekannt noch unbekannt
QEV Technologies noch unbekannt noch unbekannt
Veloce Racing noch unbekannt noch unbekannt
Techeetah XE noch unbekannt noch unbekannt
Team X44 noch unbekannt noch unbekannt
Rosberg Xtreme Racing noch unbekannt noch unbekannt

 

Drivers' Programme der Extreme E

Wie einst die Formel E setzt auch Extreme E auf ein sogenanntes Drivers' Programme (Drivers' Club in der Formel E). Dort können sich Fahrer bewerben, die Interesse haben, in der Serie anzutreten. Dieser Fahrer-Pool soll es den Teams leichter machen, Piloten Vertragsverhandlungen zu führen und Piloten zu verpflichten. Einige Weltklasse-Rennfahrer - manche davon bekannt aus der Formel E - haben sich bereits eingeschrieben.

Mitglieder des "Drivers' Programme" sind aktuell:

  • Nelson Piquet jr.
  • Lucas di Grassi
  • Daniel Abt
  • Andre Lotterer
  • Antonio Felix da Costa
  • Jerome d'Ambrosio
  • Oliver Turvey
  • Sam Bird
  • Sebastien Ogier
  • Timo Scheider
  • Bruno Senna
  • Loic Duval
  • Karun Chandhok
  • Katherine Legge
  • Simona de Silvestro
  • Billy Monger
  • Jamie Chadwick
  • James Rossiter
  • Kevin Hansen
  • Sacha Prost
  • Mikaela Ahlin-Kottulinski
  • Sam Sunderland
  • Krisztian Szabo
  • Zoltan Bessenyey
  • Andreas Bakkerud
  • Chris Ingram
  • Molly Taylor

Teams in der Extreme E

Ursprünglich sollten in der ersten Extreme-E-Saison zwölf Teams an den Start gehen. Im April 2020 korrigierte CEO Alejandro Agag dieses Ziel und erklärte, dass die Serie mit acht Teams in die erste Saison starten wolle. Im Oktober kam überraschend noch ein neunter Rennstall hinzu. Inzwischen sind alle Teilnehmer bestätigt: ABT Sportsline, HWA Racelab, Veloce Racing, QEV Technologies, Andretti United Extreme E, Chip Ganassi Racing, Techeetah, Team X44 und Rosberg Xtreme Racing.

Als erstes Team schrieb sich im Mai 2019 eigentlich Venturi ein. Die Monegassen, die seit Beginn an in der Formel E aktiv sind, zogen sich jedoch im September 2020 still und heimlich zurück und gaben ihren Platz wieder frei. Viel Erfahrung im elektrischen Motorsport bringt die Kemptener Tuning-Schmiede des VW-Konzerns, ABT Sportsline, in die Extreme E mit. Und auch das zweite deutsche Team, HWA Racelab, knüpft an eine Saison in der Formel E an. Nachdem Mercedes das Team in der Formelserie übernommen hat, ist die Extreme E der neue elektrische Motorsport-Baustein des Affalterbacher Unternehmens.

Das dritte Team im Bunde, Veloce Racing, kommt eigentlich aus dem E-Sports-Bereich. Unterstützt wird die Unternehmung von Formel-E-Doppelmeister Jean-Eric Vergne und Adrian Newey - Technik-Guru des Formel-1-Rennstall Red Bull Racing und Vater von Rennfahrer Harrison Newey. Letzterer, der aktuell in der Super Formula startet, tritt seinerseits als Direktor Geschäftsentwicklung an. Das Management-Team von Veloce umspannt zudem Daniel Bailey (Kaufmännischer Leiter), Jack Clarke (Marketing-Direktor), Rupert Svendsen-Cook (Sportdirektor) und Carl Gurdjian (Pressechef).

Im März 2020 trat die spanische Firma QEV Technologies der Elektroserie bei. QEV ist spezialisiert auf Entwicklungsthemen in der Elektromobilität und insbesondere auf E-Antriebe für Hypercars, Busse und den Motorsport. Durch die Tochterfirma Campos Racing hat QEV seit Ende 2014 eine Verbindung zur Formel E, denn in Saison 1 führte die Mannschaft das operative Geschäft an der Rennstrecke für China Racing/NextEV durch. Anschließend arbeitete Campos bis Sommer 2019 mit Mahindra zusammen und kehrte danach zum mittlerweile umbenannten Team Nio 333zurück.

Rund einen Monat später schrieb sich Andretti Autosport als fünftes Team für die Extreme E ein. Die US-Amerikaner bringen als Formel-E-Rennstall der ersten Stunde ebenfalls viel Erfahrung im elektrischen Motorsport mit und können gleichzeitig auf Offroad-Erfahrung aus der amerikanischen Rallycross-Meisterschaft zurückgreifen. Im Sommer 2020 tat sich das Team mit dem britischen Rennstall United Autosport zusammen und wird in der Offroad-Serie fortan als Andretti United Extreme E antreten. Nur zwei Wochen nach Andretti verpflichtete sich auch der zweite US-amerikanische Traditionsrennstall, in der Extreme E zu fahren: Chip Ganassi Racing. Das Team wird geführt von US-Unternehmer und Ex-Rennfahrer Chip Ganassi und hat sich in der Vergangenheit mit acht Siegen bei den 24 Stunden von Daytona und vier Le-Mans-Erfolgen einen Namen gemacht.

Im September 2020 wurden gleich zwei neue Teams vorgestellt, um das Starterfeld für die Debütsaison endgültig zu komplettieren: Techeetah XE, das Meisterteam der Formel E, nahm den Platz von Venturi ein. Im Gegensatz zum chinesischen Formel-E-Rennstall hat die Extreme-E-Mannschaft - ebenfalls unter der Leitung von Teamchef Mark Preston - ihren Sitz in Indonesien. Team X44, gegründet vom sechsmaligen Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton, vervollständigt die Startaufstellung. Der Name des Teams ist angelehnt an die Startnummer 44, die Hamilton seit vielen Jahren im Rennsport trägt. Der Brite wird den Rennbuggy "Odyssey 21" zwar nicht selbst pilotieren, wohl aber als Gründer an der Rennstrecke die Verantwortung übernehmen.

Überraschend kündigte am 22. Oktober 2020 außerdem der ehemalige Formel-1-Weltmeister Nico Rosberg an, mit seinem eigenen Team Rosberg Xtreme Racing in der Extreme E an den Start zu gehen. Als Gründer und CEO ist er wie sein ehemaliger Mercedes-F1-Teamkollege Hamilton jedoch nur im Hintergrund aktiv und wird nicht selbst das Steuer übernehmen.

Die Technik der Extreme E

Nach dem Vorbild der Formel E stellt Extreme E allen teilnehmenden Teams ein Einheitschassis inklusive einer Einheitsbatterie zur Verfügung, um die Kosten möglichst gering zu halten. Das Basis-Fahrzeug wird von Spark Racing Technology aufgebaut. Die Firma stellt demnach den Stahlrohrrahmen, die Aufhängung und Stoßdämpfer, die Bremse, die Lenkung und die Crash-Struktur samt Überrollbügel. Der Akkumulator kommt ebenfalls wie in den ersten vier Jahren der Formel E aus dem Hause Williams Advanced Engineering. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um die aktuelle Formel-E-Batterie, sondern um eine Neuentwicklung für Extreme E.

In den Geländefahrzeugen kommen jeweils zwei Elektromotoren zum Einsatz, die den Spezifikationen und Leistungswerten der zweiten Formel-E-Generation entsprechen. Extreme E wird demnach gut doppelt so viel Power haben wie die aktuelle "Königsklasse" des elektrischen Motorsports. Die Maximalleistung des finalen Fahrzeugs soll bei 400 kW (544 PS) liegen und das 1.650 Kilogramm schwere Fahrzeug in 4,5 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen.

Technische Daten, Maße & Gewicht des "Odyssey 21":

Maximale Leistung 400 kW (544 PS)
Höchstgeschwindigkeit 200 km/h
Beschleunigung (0-100 km/h) 4,5 s
Maximales Drehmoment 920 Nm
Elektromotoren 2
Gewicht 1.650 kg
Länge 4.401 mm
Breite 2.300 mm
Höhe 1.864 mm
Vordere Spurweite 1.998 mm
Hintere Spurweite 1.998 mm
Radstand 3.001 mm
Bodenfreiheit 450 mm

 

Eigenentwicklung für Teams & Hersteller

Entgegen ursprünglicher Berichte, dass Teams und Hersteller eigene Komponenten wie den Antriebsstrang entwickeln dürfen, entschied sich die Extreme E im Laufe des Jahres 2020, zunächst sämtliche Teile zu stellen und demnach mit identischen Einheitsfahrzeugen in die Debütsaison zu starten.

Einst sollten Hersteller den Elektromotor sowie den Inverter selbst entwickeln dürfen. Zudem sollte es von Anfang an die Optionen geben, entweder als Kundenteam Antriebe der Konkurrenz zu einem gedeckelten Fixpreis zu beziehen oder eine Art Standardpaket zu nutzen, das die Extreme E zur Verfügung stellen würde. Letztere Möglichkeit werden nun zunächst alle Teams wahrnehmen müssen.

Damit sich die Hersteller und Teams optisch von der Konkurrenz abheben, sollten sie ursprünglich zudem die Außenverkleidung ihres Autos, die Scheinwerfer und die vorderen sowie hinteren Stoßfänger selbst gestalten dürfen. Auch diese Freiheit wurde für Saison 1 eingeschränkt.

Per Schiff zu den Rennorten

Um die entlegenen Rennorte mitsamt Autos, Equipment und Personal zu erreichen, haben sich die Macher hinter Extreme E eine bemerkenswerte Lösung ausgedacht: Das ehemalige Königliche Postschiff St. Helena wird als schwimmendes Fahrerlager dienen. An Bord des knapp 7.000 Tonnen schweren britischen Postschiffs, das früher die Insel St. Helena im Südatlantik belieferte, werden sich künftig etwa die Kommandostände der Teams, die Schlafzimmer der Fahrer und Gästebereiche befinden. Dafür unterzieht Extreme E das Schiff einer umfassenden Renovierung und Modernisierung mit "Green-Emission"-Technologien.

Die gesamte Ausrüstung wird demnach auf dem Seeweg transportiert. Extreme E verpflichtet sich dabei zur Klimaneutralität. Durch ein gigantisches Windsegel sollte die St. Helena eigentlich rund 50 Prozent Treibstoff einsparen. Diese Idee legte die Serie allerdings zunächst auf Eis, um sich zunächst auf den Umbau des Schiffes zu konzentrieren - auch finanziell. Denn das Segel wäre eine sehr kostspielige Option, die erst genau ausgelotet werden soll.

Extreme E will an allen Rennorten gemeinsam mit lokalen Umwelt-Initiativen einen Beitrag zur Sanierung und Wiederherstellung beschädigter Ökosysteme leisten, die bereits vom Klimawandel betroffen sind. Der renommierte britische Entdecker und Umweltschützer David de Rothschild leitet die Mission Extreme E als "Chief Explorer". Zudem hat Extreme E im April 2020 ihr "Wissenschaftliches Komitee" bekanntgegeben, eine Gruppe angesehener Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen, die dabei helfen soll, die Rennevents lokal so nachhaltig wie möglich umzusetzen. Der Ausschuss setzt sich wie folgt zusammen.

  • Peter Wadhams (Head of Ocean Physics at the University of Cambrigde) - Leiter Wissenschaftliches Komitee & Arktis-Experte
  • Francisco Oliveira Filho (Amazon deforestation specialist at the University of Cambrigde)
  • Lucy Woodall (Marine Biologist and research fellow at the University of Oxford)
  • Richard Washington (Professor of Climate Science at the University of Oxford with expertise in Droughts of Desertification in Africa)

Rennformat

Alle Rennen der Extreme E, die sogenannten X Prix, werden über zwei Runden und knapp 16 Kilometer Distanz gehen. Dabei tritt jedes der insgesamt acht Teams mit einer Fahrerpaarung aus Mann und Frau an. Nach einer von zwei Runden tauschen sie den Platz am Steuer. Die strategische Entscheidung eines Rennstalls, welcher von beiden Piloten zuerst ins Lenkrad greift, soll bis zum Rennstart geheim gehalten werden, sodass es auch zu "gemischten" Duellen auf der Strecke kommt.

Die Rennwochenenden der Extreme E erstrecken sich über zwei Tage. Der Samstag besteht aus zwei Qualifying-Rennen, bei denen jeweils vier Teams gegeneinander antreten. Nach dem ersten Quali-Lauf werden die Gruppen neu gemischt, sodass anschließend jeweils der Erste und Dritte einer Gruppe gegen den Zweiten und Vierten der anderen Gruppe ran müssen. Die vier Teams, die nach beinen Qualifying-Läufen in Summe am besten abgeschnitten haben, qualifizieren sich für das erste der beiden Halbfinals am Rennsonntag.

Die anderen vier Teams treten im Halbfinale 2, dem sogenannten Crazy Race, gegeneinander an. Das "Crazy Race" bietet genau einem Rennstall die Möglichkeit, sich trotz schwächerem Qualifying doch noch für das Finale zu qualifizieren. Es kann gibt somit nur einen Gewinner. Mehr ist beim "Crazy Race" im Vergleich zu den anderen Rennen allerdings nicht anders.

Aus dem Halbfinale 1 qualifizieren sich drei von vier Teams für das Finale. Die Reihenfolge dieses Rennens bestimmt gleichzeitig die Startaufstellung des Finallaufs, wobei der Sieger des "Crazy Race" als Vierter an den Start geht. Der Rennstall, der im Finale schließlich als erster über die Ziellinie fährt, gewinnt den X Prix.

Video: Das Rennformat von Extreme E

 

"Hyperdrive", der Bonus-Energieschub für den weitesten Sprung

Um für noch mehr Action auf der Strecke zu sorgen, hat die Extreme E ein Feature namens "Hyperdrive" eingeführt. Dieser zusätzliche Bonus-Boost bietet ähnlich wie der Attack-Mode in der Formel E den Fahrern die Möglichkeit, im Rennen zusätzliche Leistung freizuschalten. Allerdings darf der Hyperdrive nur einmal pro Rennen abgerufen werden und wird nicht durch Überfahren einer Attack-Zone aktiviert.

In jedem Rennen wird es stattdessen Möglichkeiten zum Sprung geben. Das Team, das beim ersten Sprung in Runde 1 am weitesten kommt, gewinnt den Hyperdrive und kann ihn zu einem beliebigen Zeitpunkt im Rennen einsetzen. Die größte Distanz des Wochenendes wird sogar mit einem zusätzlichen Meisterschaftspunkt belohnt.

Genauere Informationen - etwa wie viel zusätzliche Leistung der Hyperdrive bringt und für wie lang er genutzt werden kann - gab die Serie bisher nicht bekannt. Genaue Zahlenwerte stehen noch nicht fest (Stand: 29. Mai 2020).

Das Punktesystem der Extreme E

Extreme E orientiert sich bei der Punktevergabe nicht am bekannten System der FIA, sondern führt eine eigene Bewertung ein. Die Plätze 1 bis 8 eines X Prix werden demnach wie folgt bewertet.

Platz Punkte
1 20
2 15
3 10
4 5
5 4
6 3
7 2
8 1

Darüber hinaus können die Teams Zusatzpunkte ergattern. In den Qualifying-Läufen wird Platz 1 mit drei Zählern belohnt, Rang 2 mit zwei Punkten und Position 3 mit einem Zähler. Außerdem ist der weiteste Sprung des Wochenendes einen weiteren Meisterschaftspunkt wert. Das Team, das am Saisonende die meisten Punkte gesammelt hat, wird Meister.

TV-Übertragung & Live-Streams zu Extreme E

Extreme E plant eine Serien-Dokumentation von den Rennen. Zwei Drohnen sollen dabei das Geschehen auf der Rennstrecke filmen und auf die St. Helena übertragen. Insgesamt zehn Episoden sollen 2021 bei den Rennveranstaltungen entstehen. Wann genau Fans die Läufe zu sehen bekommen, ist noch unklar. Ursprünglich war eine Ausstrahlung erst Ende des Jahres geplant, wenn die Saison bereits beendet sein würde. Derzeit werden gerüchteweise allerdings auch Live-Formate diskutiert. Ob es eine TV-Übertragung der Extreme E geben wird, und ob sich Fans womöglich sogar auf Live-Streams freuen dürfen, ist noch nicht bekannt.

Testfahrten der Extreme E

Die erste Testfahrt mit Wettbewerbscharakter erwartete das vollelektrische SUV "Odyssey 21" im Januar 2020 in den Pyrenäen. Dabei traten die Rennfahrer-Brüder Timmy und Kevin Hansen zum Duell gegeneinander an (siehe Video unten). Guerlain Chicherit fuhr das Einheitsfahrzeug der Extreme E anschließend im Shakedown der Dakar-Rallye 2020, bevor er am 17. Januar sogar das letzte Rennen der Rallye Dakar eröffnete.

Partner von Extreme E

Extreme E ist ein vollständig durchfinanziertes Projekt, heißt es. Unterstützung erhält die Serie unter anderem von Gründungspartner Continental, der gleichzeitig als offizieller Reifenlieferant auftritt. CBMM unterstützt die Extreme E zudem als "Niob-Lieferant" und ermöglicht damit die Integration fortschrittlicher Niob-Produkte in das Chassis der rein elektrischen SUVs.

Bilder: Extreme E

Video: Was ist Extreme E?